Vermarktung im eSport: Videos & Podcasts
Vor einiger Zeit wurden die Themen Affiliate und normale Bannerwerbung genauer beschrieben, heute kommen wir zu zusätzlichen möglichen Einnahmen. Über das zahlreiche Feedback habe ich die Information erhalten, dass ich wesentlich kritischer damit umgehen muss – schließlich sollen die Nutzer nicht genervt werden von der Werbung. Dazu gibt es aber am Ende der Serie zum Thema eSport & Online Marketing aber noch einen Artikel der sich ausschließlich um „Werbung nervt“ dreht.
Geld verdienen mit Videos und Podcasts?
Das nächste Clanvideo steht zum Download bereit, wie wäre es wenn ihr damit auch ein wenig Geld verdient? Die Möglichkeiten:
Metacafe
Ist eine englische Videocommunity die für 1000 Zuschauer 5 $ an den Produzenten des Videos bezahlt, wenn folgende Vorraussetzungen erfüllt sind:
- das Video hat in 6 Monaten über 20.000 Zuschauer
- das Video muss mit mindestens 3 Sternen gewertet werden
- sollte in englisch sein, denn sonst kommt man nicht auf die Maße
Als Beispiel habe ich einfach mal ein SK Video genommen, dass ein User erstellt hat. Zu finden auf Youtube. Insgesamt wurde es 652,661 angesehen, bedeutet: 3260$. Was sich besonders bei größeren Clans mit vielen Fans lohnt die ihre Videos dann speziell auf Metacafe verlinken…
In-Video Werbung
Es gibt noch verschiedene weitere In-Video Werbeformen die vor dem Video angezeigt werden (wie eine normale Werbung im TV) oder als Links in verschiedenen Positionen während des Filmes. Diese werden teilweise auf TKP Basis oder als PPC System angeboten. Die Anbieter hier sind Revver.com, vizeo.net, adbrite.com oder Blinkx.
Podcasts
Was bei Videos funktioniert, klappt bei Podcasts schon lange – wobei es kaum eSport Teams gibt die einen Podcast ihren Lesern bzw. Zuhörern zur Verfügung stellen. Wundert mich besonders deshalb, da die meisten eSportler auch mit MP3 Player durch die Gegend laufen… Ob vor, nach oder sonst irgendwo innerhalb des Podcasts – Werbung kann auch hier eingebaut werden z.B. über Audioads Audioads bietet dies speziell dafür an.
Allgemeines zu Videos und Podcasts
Die meisten Teams im eSport besitzen gar keine multimedialen Inhalte, was mich jeden Tag aufs Neue verwundert. Schließlich kommen kaum noch Online-Redaktionen ohne diese Inhalte aus. Deshalb auch ein Aufruf an die Redaktionen und Teams endlich mal mehr für ihre Inhalte auf der Seite zu tun. Das Thema werde ich aber noch eingehender beleuchten, denn irgendwie ist es zur Mode gekommen, dass jede Teamseite über alles aus dem eSport berichtet, nur das eigene Team vollkommen vergisst.







20. Mai 2008 um 12:55
Es gibt allerdings mehrere Probleme bei der Platzierung von Exklusivcontent in diesem Fall Videos auf anderen Portalen wie z. B. Metacafé, als erstes wäre da natürlich das es einfach für große Teams unwirtschaftlich ist.
Seinen eigenen Content zu dezentralisieren bedeutet in der Regel, dass weniger Leute auf die Webseite kommen, was das Angebot für Partner uninteressanter macht denn Mediadaten spielen bei der Vermarktung von Webangeboten immer noch eine entscheidende Rolle und 600k Views auf der eigenen Seite lassen sich besser verkaufen als 600k Views auf Fremdportalen.
Darüber hinaus genehmigt man in vielen Fällen per AGB, den Videohostern den eigenen Exklusivcontent ohne Einschränkung durch Ads vor oder nach dem Video bzw. mittendrin mit Ihren eigenen Werbepartnern zu vermarkten.
So etwas als Team zu kontrollieren ist einfach unmöglich und wenn zB bei einem Team wie SK, das von AMD/ATI unterstützt wird auf einmal Intel Werbung per Flash Ad im eigenen Content auftritt gibt es mit Sicherheit schlechte Stimmung bei allen Beteiligten.
Deshalb siehst du auch das Teams wie SK auf ihre eigene Lösung setzen.
So hat das SK WoW Movie SK-Gaming vs. Eredar Twins
http://www.sk-gaming.com/video/7626-SK_Gaming_vs_Eredar_Twins
über 530k Views im eigenen Videoportal.
Was das Thema Podcasts angeht so hat zB die schwedische eSport Nationalmannschaft bereits vor einiger Zeit zum European Nations Cup eine Podcast Serie gestartet, die leider mehr schlecht als Recht angenommen wurde.
Ich denke viele Teams müssen einfach lernen eine persönliche Bindung zu Ihren Nutzern herzustellen, die Maßnahmen die du vorschlägst sind da nur die Spitze des Eisberges.
Das geht zB auch über einen eigenen Teamblog mit Videocast Angebot.
Dein Einwand mit dem MP3 Player ist zwar vom Grundsatz her richtig, allerdings bietet Musik in vielen Fällen einen höheren Unterhaltungswert als ein Podcast deshalb kaufen auch mehr Leute bei iTunes Musik als Audiobooks.
Beim eSportler spielt sich halt vieles über visuelle Eindrücke ab, sei es HLTV, WaaaghTV, Livestreams von Gamesports als auch der ESL etc.
Dazu kommt auch noch das sobald du die Vermarktung deines Podcasts zB über AudioAds in dritte Hand gibst du keinen oder nur sehr bedingten Einfluss auf die Werbung hast, die in deinem Podcast verarbeitet wird, genau wie bei den angesprochenen Videoportalen.
Ansonsten schöner Artikel Mark und wieder viel Wissen das dem ein oder anderen kleineren Team mit Sicherheit ein wenig helfen kann die monatlichen Serverkosten zu finanzieren ;).
Gruß.
20. Mai 2008 um 13:05
Ich hab in dem Bereich ja selber schon extrem viel gemacht und muss dir da größtenteils Recht geben.
Das größte Problem an der Sache ist, dass du selber wahrscheinlich weisst, wieviel eine Videoproduktion im Normalfall kostet. Selbst einen sehr kleinen Prozentsatz der Normalkosten sind viele Teams einfach nicht bereit zu tragen bzw. sehen da keine Relation. In der Zeit des Multimedialen Volkes, in der Cutter, Grafiker und 3D-Animateure aus dem Boden sprießen wie Löwenzahn, nimmt sich eine Organisation/ein Clan lieber einen Cutter, der das ganze für Lau macht und sich über Zuschauerformate einfach gedanken macht, anstatt auf Qualität zu setzen, lieber mehr Geld aus zu geben um dann am Ende mehr Geld raus zu holen.
Hier stimmt einfach die Mentalität der Organisationen noch nicht und bevor die nicht stimmt, brauch man sich über die Vermarktung von Videos erst garkeine Gedanken machen.
20. Mai 2008 um 13:07
Hi Björn,
ich gebe dir bedingt recht. Sicher sind diese Lösungen nicht für ein Team wie SK gedacht – und passen nicht zu jedem Team. Was aber z.B. Videoads angehen, so kannst du mit bestimmen welche Werbung angezeigt und welche nicht angezeigt wird. Somit kommt es zu keinem Interessenkonflikt.
Was den Podcast angeht, so muss ich dir wiedersprechen. So eine Medienform funktioniert wenn konsequent daran gearbeitet wird und langfristig auch zur Verfügung steht. Sicher wirst du nicht von heute tausende Zuhörer gewinnen können, aber im Laufe von mehreren Monaten wirst du eine solide Basis aufbauen.
20. Mai 2008 um 13:13
Hi Matthias,
viele Teams erstellen aber in regelmäßigen Abständen Videos. Ob es aus Demos, Lans oder sonstigen Aufnahmen erstellt wurde. Sicher sind diese nicht auf einer Ebene mit prof. agierenden Filmemachern zu sehen, trotzdem schauen sie sich tausende, wenn nicht zehntausende User an.
Ich denke nicht, dass Videos speziell erstellt werden sollten nur um Einnahmen zu generieren, diese Rechnung geht sicher nicht auf (weil die Produktionskosten zu hoch sind), aber wenn man Videos sowieso schon hat dann sollte man diese auch vermarkten.
20. Mai 2008 um 13:38
Hi Mark,
also ich kenne es zB von YouTube so, dass wenn du ins Ad Programm kommst, du zwar gut bezahlt wirst, aber bei der Auswahl der Werbeinhalte bis auf den Themenbereich des Werbekunden ( Tech, Sport, etc. ) keine Mitwirkungsberechtigung hast.
Ich meine bei den meisten anderen Hostern sieht das genau so aus, vielleicht stellst du mal eine Anfrage an sämtliche Videohoster und machst eine Tabelle, die du in den Artikel einfügst.
Wäre jedenfalls neu für mich das Ich explizit gewisse Werbekunden wie zB. bei Google von meinem Angebot ausschließen kann.
Was Podcasts angeht denke ich langfristig gesehen, und wenn die Inhalte stimmen, gibt es da sicher was zu verdienen und auch eine Reputation, die man sich bei seinen Hörern aufbauen kann, allerdings spielt dann wieder die Auswahlmöglichkeit der Werbung, die in deinen Podcast eingebaut wird, eine wichtige Rolle.
Zusätzlich ist die Produktion eines anständigen Podcasts und die Vorbereitung der Inhalte auch wieder ein finanzieller und zeittechnischer Aufwand, den wohl die wenigsten Teams aufbringen würden, um dauerhafte Einnahmen zu erzielen und sich eine Hörerschaft aufzubauen, denn die Einnahmen über einen Podcast dürften sich für viele Teams wohl erstmal mit Sicherheit im Taschengeldbereich bzw. Lansupport in Form von ein paar Kistchen Bier wiederspiegeln.
Wie stellst du dir denn vor so einen Podcast mit Inhalten über Monate hinweg zu füllen im Bereich eSport zu Zeiten eines Readmore, Fragster und Community Portalen die dem Nutzer eigentlich schon alles an sinnvollen Informationen bieten die man so nötig hat, so das überhaupt ein ROI für die Teams entsteht?
Ich denke das wird recht schwierig, ohne sich die halbe Zeit selbst zu beweihräuchern.
Aber einen Versuch ist es natürlich wert und der Erfolg bestimmt sich ja maßgeblich durch die Inhalte.
20. Mai 2008 um 13:46
Hi Björn,
zum Beispiel Adbrite ist ein Anbieter bei dem du gezielt die Werbung annehmen musst bevor sie auch bei deinen videos angezeigt wird. Youtube ist halt google :)
Was den Podcasts angeht, so ist es am Anfang ein wenig Arbeit, aber im Laufe der Zeit geht es doch deutlich schneller. Ich meine vor einigen Jahren gab es zig “eSport Radio” Sender die spezielle Shows gemacht haben.
An Inhalten sollte es bei einem Team eigentlich niemanls mangeln. Ich meine schau dir andere Sportarten an, da wird vor dem Spiel alles mögliche erzählt. Wieso nicht auch beim eSport: Wie ist die Form, wie wurde auf das Spiel vorbereitet usw.
Um mit einem ROI im eSport anzufangen sind wir noch etwas weg – schließlich geht es beim Podcasts nicht nur um die Einnahmen sondern auch um den Werbeeffekt der einberechnet werden muss.