Monatsarchiv für November 2008

 
 

Was ist Social Media Optimization?

Diese Frage sollten sich nicht nur interessierte stellen, sondern auch angebliche Anbieter von SMO Kampagnen. Gerade erst habe ich einen Artikel gelesen in dem erklärt wird, das SMO auch gegenseitige Verlinkung ist oder ein Newsletterversand… Deshalb auch eine kurze Erklärung was SMO eigentlich wirklich ist und welche Unterbereiche es hat.

Social Media Optimization kann in verschiedene Arbeitsschritte unterteilt werden, aber im Grunde ist es ein Dialog mit den Usern in verschiedenen Netzwerken. Ob dieser Dialog in Kommentaren, Artikeln oder über „Bookmarks“ stattfindet ist nebensächlich. Aus diesem Dialog entsteht im besten Falle ein Effekt, welcher unter Marketing „Experten“ gerne als „viral“ empfunden wird.

Entscheidend für SMO sind aber im Gegensatz zu anderen Marketingformen, die Inhalte die transportiert werden sollen. Darunter fällt alles: von Webseite, Video bis hin zum Artikel oder Podcast. Diese Inhalte werden entweder von einem selbst in unterschiedliche Richtungen verbreitet oder vom Nutzer. Deshalb muss man ihm die technischen Möglichkeiten bieten dies von der Quelle des Inhaltes zu machen. Es kann ein Button mit allen Social Media Diensten sein in die man es einbinden kann…

Aber nach der Einbindung fängt die richtige Arbeit im SMO an – Der Dialog mit dem User! Dieser wird gerne vergessen aber ist entscheidend für den Effekt den eine Kampagne erzielen wird.

SMO kann in Unterbereiche unterteilt werden:

  • Technik
  • Inhalte
  • Verbreitung
  • Dialog

und am Ende steht die Auswertung.

Diese Auffassung habe ich im eBook vertreten und bleibe dabei. Alleine die technische Vorraussetzung ist noch kein SMO – auch wenn das einige Vertreter meinen. Wer ein wenig mehr darüber lesen will, kann sich gerne mein eBook anschauen oder einfach warten bis das Buch fertig ist welches noch dieses Jahr fertig wird.

Screencast: Automatisierte Eintragung von Bookmarks

In dem neusten Screencast möchte ich euch die beiden Dienste onlywire und Socialmatic näher vorstellen. Diese beiden Dienste erlauben es Bookmarks und Inhalte in verschiedenen Diensten gleichzeitig zu veröffentlichen.

Viel Spaß beim anschauen

Vollbild Version

Presse Agentur für Nachrichten aus der Internetwelt?

Ohne Nachrichtenagenturen wäre unsere Medienlandschaft vollkommen anders. Redaktionen weltweit stützen sich hierbei auf Infos die Ihnen von den Nachrichtendiensten in Schrift, Ton und Bild übermittelt werden. Die bekanntesten deutschen Dienste sind die DPA (Deutsche Presse-Agentur) und ddp (Deutscher Depeschendienst). Außerdem gibt es natürlich noch unzählige weitere internationale Dienste.

Meldungen und Nachrichten aus der Internetwelt (z.B. aus der Bloggerszene oder der Web 2.0 Unternehmen) werden selten in den klassischen Medien wahrgenommen und genutzt. Der Grund ist oft genug, dass die Meldung erst gar nicht bei den Redaktionen eingegangen ist. Oft ist es nur sehr engagierten Redakteuren (die in diesem Ressort tätig sind) zu verdanken etwas mehr über die Internetwelt zu erfahren.

Dies könnte sich mit dem Engagement unzähliger Personen aber schnell ändern. Wieso gibt es noch keine Presseagentur die sich auf die Internetwelt spezialisiert hat? Darunter fallen z.B. Informationen und Diskussionen aus der Bloggerszene (die aber auch Interesse hervorrufen unter der normalen Bevölkerung), Neues aus der Web 2.0 Welt und den Unternehmen. Durch das Web 2.0 wären die Quellen und Informationen nicht nur in Schrift sondern oft auch als Ton (Podcast) und Bild (Flickr) verfügbar. Die Agentur erhält dabei ihre Meldungen und Nachrichten nicht nur von tausenden freien Redakteuren (und einigen Festen Mitarbeitern), sondern von allen Nutzern im Web 2.0. Sicherlich müsste hierbei eine Auswahl stattfinden, welche von einem festen Mitarbeiterstamm erledigt werden müsste.

Die Chancen und Möglichkeiten die so ein Dienst bietet sind enorm. Die Geschwindigkeit der Informationen wäre weitaus schneller als von den üblichen Pressediensten. Wieso über einen Augenzeugen berichten wenn dieser selbst berichten könnte?

Ein passender Name wäre schnell gefunden: DWPA (Deutsche Web Presse Agentur)

Was haltet ihr davon? Macht so ein Dienst Sinn oder haltet ihr so etwas für kompletten Schwachsinn? Gibt es vielleicht sogar schon so einen Dienst? Eure Meinung interessiert mich

Monetarisierung von Web 2.0 Diensten

In den letzten Monaten hatte ich immer wieder Beiträge veröffentlicht, welche die Monetarisierung von bestimmten Diensten zum Thema hatte. Darunter fanden sich neben StudiVZ, auch Yigg und Youtube. Auf dem CommunityCamp in Berlin aber auch in Gesprächen mit unterschiedlichsten Unternehmern welche ich aktuell berate, ist das einer der Kernpunkt welche gerne angesprochen werden. (auf dem CommunityCamp wurde natürlich etwas mehr über den Bundesverband Community Management gesprochen)

Eines steht heute fest: Die meisten Unternehmen müssen ihre Monetarisierung optimieren um zukünftig ein positives Betriebsergebnis zu erwirtschaften. Allen voran die großen Communities welche eher mit negative Zahlen aufwarten. Besonders StudiVZ und Facebook sind absolute Geldvernichtungsmaschinen welche zwar eine große Community haben, diese aber nicht in Geld umwandeln können.

Wie können die Betreiber das ändern?

Eine der Kernfragen welche wohl jeder Betreiber unterschiedlich beantworten muss. Der Weg dahin ist aber bei allen gleich. Zu erst müssen Fragen gestellt werden!

  1. Was für eine Art User haben wir?
  2. Welche Dienstleistung erwartet diese von der Community?
  3. Wie können wir aus dem einzelnen User Geld erwirtschaften ohne Ihn in seiner Aktivität zu stören oder zu nerven?
  4. Können wir ihm vielleicht sogar einen Mehrwert für den er Geld zahlt schaffen über den er noch aktiver in der Community ist?
  5. Können wir das alles realisieren ohne großen Entwicklungsaufwand oder Mehrarbeit?
  6. Reicht das zusätzliche oder veränderte Erlösmodell um ein positives Unternehmensergebnis zu erwirtschaften?

Die Antworten auf diese Fragen sind nötig um die Community auch langfristig betreiben zu können. Vielen Usern ist bewusst, dass ihr Dienst sich irgendwie finanzieren muss, ansonsten kann er diesen auch nicht nutzen. Aus diesem Grund sind auch einige User bereit Geld dafür zu bezahlen oder Aktivitäten durchzuführen um dem Unternehmen zu helfen.

Die Rubrik Monetarisierung wird zukünftig einen noch höheren Stellenwert in diesem Blog erhalten. Aktuell findet eine kleine Studie statt welche auch ein wenig mehr Licht ins Dunkel bringen wird, wie aktuell mit diesem Problem umgegangen wird. Welche Modelle im Moment die beliebtesten sind und ob diese genügend Geld erwirtschaften. Ergebnisse sind Anfang Dezember zu erwarten.

Wo ist der Community Manager angesiedelt?

Die englischsprachige Seite OpenLogic philosophiert darüber nach in welcher Abteilung der Community Manager zu Hause ist. Zur Auswahl steht neben dem Support auch die Marketingabteilung. Sales und Co werden von vornherein abgeschrieben, da alleine die Zielsetzung komplett anders ist. Als Fazit kommt der doch relativ kurze Artikel auf die Antwort, dass Community Manager in der Support Abteilung heimisch ist, da die Kommunikation des Marketings meist nur in eine Richtung durchgeführt wird.

Ich sehe dies ein wenig differenzierter. Auch die Marketingabteilung ist angewiesen auf den Dialog mit den Kunden wie aber auch der Nutzung von Communities für verschiedene Aktivitäten. Diese Arbeit sollte keinesfalls von einem normalen Marketingmitarbeiter durchgeführt werden, da er kaum wissen kann wie optimal mit Communities kommuniziert wird.

In vielen Unternehmen ist der Community Manager aktuell noch in der Supportabteilung angesiedelt, was durchaus verständlich ist. Support spricht mit dem Kunden – aber und das ist wichtig nur auf Anfrage des Kunden hin.

Die Erstaktivität der Abteilungen bildlich dargestellt:

Wie im Bild zu erkennen ist agiert das Marketing, während der Support auf den Kunden reagiert.
.

Der Community Manager hat aber beide Funktionen und nutzt beide Instrumente für seine tägliche Arbeit. Heißt er agiert aber reagiert im Bezug auf den Kunden und die Produkte. Somit kann er rein formell in einer der beiden Abteilungen positioniert sein, aber und das ist entscheidend, er ist aktiv in beiden Bereichen. Community Manager sind im Endeffekt „Zwitter“ was Abteilungen angeht. Das sollte auch beim Aufbau der Position bedacht werden, denn ohne die nötige Unterstützung der beiden Bereiche kann keine gute Arbeit geleistet werden.

PS: Das gilt auch für das Budget. In eigenen Unternehmen muss dem Bereich Community Management ein Budget zur Verfügung gestellt werden (welches natürlich in Absprach mit den beiden Abteilungen genutzt wird).

Telejunkies.de startet

Logo

Eigentlich war es schon für gestern geplant wie der Blogbeitrag vom Mittwoch aussagt, aber wies das manchmal so ist mit einem Releasetermin. Da wir aber nicht vor hatten viel länger zu warten, starten wir heute die Open Beta Phase der Fernseh- und Filmcommunity Telejunkies.de .

Hier ein Auszug aus der offiziellen Pressemitteilung die heute veröffentlicht wurde.

Community für Fernsehliebhaber und Serienjunkies startet

München 13.11.2008: Heute geht die neue Heimat für Fernsehfanatiker und Serienjunkies in die Open-Beta-Phase und öffnet sich somit für das breite Publikum. Mit telejunkies.de startet eine Community welche sich rund um das Thema Film und Fernsehen dreht.

Die Community ist als Web 2.0 Portal konzipiert und lebt von der Aktivität und der Beteiligung seiner Nutzer und Mitglieder. Die Nutzer haben hierbei verschiedene Interaktions – möglichkeiten um mit den anderen Mitgliedern in Kontakt zu treten. Neben den üblichen Profilen mit Buddylisten, können auch eigene Gruppen erstellt werden um der Lieblingssendung oder Serie eine Plattform zu geben. Dort kann dann sofort fleißig diskutiert werden.

Fanseiten haben auch die Möglichkeit Gruppen in diesem Netzwerk zu bilden und diese auf die eigene Seite einzubauen. Somit ist ein direkter Kontakt zu den eigenen Usern ohne weiteres möglich.

Die Plattform wurde von der Münchner Community-Agentur vilago21 GmbH erstellt, welche schon über zehn Special-Interest-Communities gemeinsam mit Partnern betreiben. Die inhaltliche Betreuung übernimmt hierbei der Community Management Spezialist Eikyo aus Rastatt.

24 Stunden

In fast 24 Stunden startet eine neue Community in der ich die komplette Betreuung übernommen habe. Dementsprechend war es in den letzten Tagen auch ein wenig stiller auf diesem Blog – dies ändert sich aber ab dem morgigen Launch wieder. Dann ist die größte Vorarbeit erledigt und das Community Building startet. Mal schauen wie viele Praxisbeispiele ich davon für den Blog nutzen kann.

Wie die Community heißt und um was es geht erfahrt auch ihr erst morgen. Soviel sei gesagt, es geht um eines der liebsten Hobbies der Deutschen (nein kein Fußball und Essen).

Präsentation zum Community Design

Einige Monate alt aber an der Gültigkeit hat sich nichts geändert. Die Präsentation Online Communities Design Patterns zeigt einige Aspekte des Designs von Web 2.0 Anwendungen und Communities.

Politik in Social Medien

Irgendwie hatte ich gestern wohl den richtigen Riecher mit meinem kleinen Beitrag über die beste SMO Kampagne der Welt. Inzwischen finden sich unzählige Artikel in verschiedenen Sprachen zu diesem Thema. Meist wird geschrieben was für eine tolle Kampagne er gefahren ist, als erste Person in der Politik – dies ist aber gänzlich falsch. Denn in fast allen Sparten waren andere Personen vor ihm schon aktiv, nur hat er einen gänzlich anderen Drive durch Social Medien erhalten.

Die SearchMarketingGurus aus Amerika sehen Barack Obama als den ersten Social Media Präsidenten aller Zeiten. Sicher steht fest, dass in keinem Wahlkampf in den USA diese Medien so stark genutzt wurden wie in diesem Fall – aber vor 4 Jahren war vieles vom „Web 2.0“ noch in der Kinderschuhen.

Kommen wir zu einigen interessanten Fakten.

Myspace

John McCain startete seine Aktivitäten auf dem Portal am 27.2.2007 und war seit diesem Zeitpunkt recht aktiv. Auch wenn es am Ende nur 224.000 Freunde geworden sind. Während Barack Obama erst zwei Monate später seine Fußspuren dort hinterlassen hat, aber innerhalb der Zwei wesentlich mehr Personen gewinnen konnte. Insgesamt hat Obama über 860000 Kontakte.

Youtube

Der Youtube Channel von Barack Obama war unglaublich populär und erfolgreich, aber er war bei weitem nicht der Erste. Er startete dort am 5.9.2006 mit seinem Channel, während Hillary Clinton am 21.7.2006 schon die ersten Videos zur Verfügung gestellt hat. Auch wenn man es nicht glauben mag, selbst die FDP ist seit über 2 Jahren mit einem eigenen Channel aktiv und zwar seit dem 15.2.2006

Eigene Community

Selbst die Technik hinter der viel beschworenen MyBo (MyBarrackObama) wurde nicht selbst für Obama entwickelt, sondern stammt aus dem Wahlkampf 2004 vom gescheiterten demokratischen Kandidaten Howard Dean (er verlor gegen John Kerry). Diese Technik wurde einfach für Barrack Obama angepasst auf heutige Anforderungen. (Infos dazu von netzwertig.de)

So könnten wir dies endlos weiterführen – insgesamt kann gesagt werden, dass in keiner Sparte Barack Obama wirklich der First Mover gewesen ist. Noch nicht mal, dass er „besseres“ Community Management betrieben hat.

Der Erfolg der Kampagne steckt in der Person und in der Message die verkündet wurde. Barack Obama steht für Werte, Wünsche und den Wandel den die Personen haben möchten. Am Ende des Tages waren es nicht die zig viralen Videos, die ganzen Netzwerke oder die eigene Community welche den Unterschied gemacht haben. Auch nicht die Nähe die dadurch zu den Wählern aufgebaut werden konnte, obwohl diese sicherlich ein zusätzliches Argument war. Der Unterschied ist und bleibt einfach die Message und die Person. Die SMO Kampagne war wegen Barack Obama so erfolgreich und hat (wie man unschwer sehen kann) für McCain nicht so perfekt funktioniert. Der Wahlerfolg ist deshalb nicht an Social Medien festzumachen (wie es die Medien gerne darstellen würden), denn diese sind nur die Struktur über die kommuniziert wird!Die Inhalte bestimmen am Ende die Entscheidung…

Die beste SMO Kampagne der Welt

Zu allererst herzlichen Glückwunsch zum erreichen des Ziels dieser Kampagne: Barack Obama ist der neue Präsident der USA. Die meisten Menschen in Deutschland haben es nur bedingt über den einen oder anderen Artikel mitbekommen – Barack Obama hat das Internet optimal für seinen Wahlkampf genutzt.

Alleine der Twitteraccount zeigt welche Reichweite Barack Obama zu seinen Mitgliedern gehabt haben muss. Über 100.000 Personen (was Platz 1. bei Twitter bedeutet) sind ihm gefolgt. Der Youtube Channel ist mit 120.561 Abonnenten und insgesamt 18.837.958 Kanalaufrufen auch nicht schlecht. Ganz zu schweigen von den größeren Communities Facebook und Myspace. Alleine in diesen beiden Communities hat er über 3.000.000 Kontakte.

Mit digg.com konnte er wichtige Nachrichten innerhalb kurzer Zeit auf die Startseite pushen und somit zusätzlich Leute erreicht.

Die Kampagne werde ich in den nächsten Tagen genauer aufschlüsseln und versuchen an interessante Zahlen und Fakten zu kommen. Soviel sei aber gesagt – SMO kann und hat funktioniert im Wahlkampf. Solange diese so offen und glaubwürdig wie möglich durchgeführt wird.