Politik in Social Medien

Irgendwie hatte ich gestern wohl den richtigen Riecher mit meinem kleinen Beitrag über die beste SMO Kampagne der Welt. Inzwischen finden sich unzählige Artikel in verschiedenen Sprachen zu diesem Thema. Meist wird geschrieben was für eine tolle Kampagne er gefahren ist, als erste Person in der Politik – dies ist aber gänzlich falsch. Denn in fast allen Sparten waren andere Personen vor ihm schon aktiv, nur hat er einen gänzlich anderen Drive durch Social Medien erhalten.

Die SearchMarketingGurus aus Amerika sehen Barack Obama als den ersten Social Media Präsidenten aller Zeiten. Sicher steht fest, dass in keinem Wahlkampf in den USA diese Medien so stark genutzt wurden wie in diesem Fall – aber vor 4 Jahren war vieles vom „Web 2.0“ noch in der Kinderschuhen.

Kommen wir zu einigen interessanten Fakten.

Myspace

John McCain startete seine Aktivitäten auf dem Portal am 27.2.2007 und war seit diesem Zeitpunkt recht aktiv. Auch wenn es am Ende nur 224.000 Freunde geworden sind. Während Barack Obama erst zwei Monate später seine Fußspuren dort hinterlassen hat, aber innerhalb der Zwei wesentlich mehr Personen gewinnen konnte. Insgesamt hat Obama über 860000 Kontakte.

Youtube

Der Youtube Channel von Barack Obama war unglaublich populär und erfolgreich, aber er war bei weitem nicht der Erste. Er startete dort am 5.9.2006 mit seinem Channel, während Hillary Clinton am 21.7.2006 schon die ersten Videos zur Verfügung gestellt hat. Auch wenn man es nicht glauben mag, selbst die FDP ist seit über 2 Jahren mit einem eigenen Channel aktiv und zwar seit dem 15.2.2006

Eigene Community

Selbst die Technik hinter der viel beschworenen MyBo (MyBarrackObama) wurde nicht selbst für Obama entwickelt, sondern stammt aus dem Wahlkampf 2004 vom gescheiterten demokratischen Kandidaten Howard Dean (er verlor gegen John Kerry). Diese Technik wurde einfach für Barrack Obama angepasst auf heutige Anforderungen. (Infos dazu von netzwertig.de)

So könnten wir dies endlos weiterführen – insgesamt kann gesagt werden, dass in keiner Sparte Barack Obama wirklich der First Mover gewesen ist. Noch nicht mal, dass er „besseres“ Community Management betrieben hat.

Der Erfolg der Kampagne steckt in der Person und in der Message die verkündet wurde. Barack Obama steht für Werte, Wünsche und den Wandel den die Personen haben möchten. Am Ende des Tages waren es nicht die zig viralen Videos, die ganzen Netzwerke oder die eigene Community welche den Unterschied gemacht haben. Auch nicht die Nähe die dadurch zu den Wählern aufgebaut werden konnte, obwohl diese sicherlich ein zusätzliches Argument war. Der Unterschied ist und bleibt einfach die Message und die Person. Die SMO Kampagne war wegen Barack Obama so erfolgreich und hat (wie man unschwer sehen kann) für McCain nicht so perfekt funktioniert. Der Wahlerfolg ist deshalb nicht an Social Medien festzumachen (wie es die Medien gerne darstellen würden), denn diese sind nur die Struktur über die kommuniziert wird!Die Inhalte bestimmen am Ende die Entscheidung…


 
 
 

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