Monatsarchiv für März 2009

 
 

Ab nach Berlin

Das Unternehmen Eikyo selbst wird weiterhin in der badischen Heimat zu finden sein, während ich ab nächsten Monat wieder in Berlin wohnen werde. Quasi ein Umzug in die zweite Heimat in der ich schon über 2 Jahre gelebt und gearbeitet habe.

Dies ist auch der Grund wieso in diesem Blog die letzten Wochen kaum etwas passiert ist. Sobald der Umzug komplett abgeschlossen ist, wird sich hier wesentlich mehr tun – ein Redesign steht an, die Veröffentlichung eines eBook das zwar fertig auf der Festplatte liegt, aber leider ohne genügend Zeit nicht richtig veröffentlicht werden kann. (ein wenig Vermarktung wäre nicht so übel)

Nebenbei alle Blogleser aus der Umgebung von Karlsruhe oder von weiter weg kann ich nur herzlich einladen am 11.4. mit mir zu meinen Abschied aus Baden zu feiern. Werde zwar immer wieder in der Heimat sein, aber sicher nicht jedes Wochenende wie früher. Wer dabei sein will einfach kurze Mail an info (at) eikyo.de.

Forenhaftung wird eingeschränkt

Die Info des Tages welche auch entscheidend für die Arbeit von Community Managern ist. Das Oberlandesgericht Hamburg schränkt die Haftung von Forenbetreibern ein und hob die Entscheidung des LG Hamburg auf.

Laut OLG ist der Betreiber eines Forums nicht zur vorsorglichen Überprüfung aller Inhalte verpflichtet. Die Begründung ist, dass dies die Überwachungspflicht des Betreibers überspannen würde und die freie Presse- und Meinungsäußerung verletzt.

Der genaue Wortlaut: “Denn auch anonym oder unter Pseudonym nutzbare Internetforen stellen ein grundsätzlich zulässiges und auch übliches Geschäftsmodell im Internet dar und stehen unter dem Schutz der Meinungsäußerungs- und Pressefreiheit.”

Auch die Unterlassung wurde zurückgewiesen. Die OLG führ folgende Begründung aus:
Der Beklagte hat nicht schon dadurch Prüfungspflichten verletzt, dass er nicht jeden Nutzerbeitrag vor der Veröffentlichung auf etwaige Rechtsverletzungen geprüft hat. Der Betreiber eines zulässigen Geschäftsmodells im Internet – dazu gehören Meinungsforen – ist nicht zur vorsorglichen Überprüfung sämtlicher Inhalte auf etwaige Rechtsverletzungen verpflichtet.

Insgesamt ist das ein sehr positives Urteil und setzt einige grundsätzliche Punkte fest, welche in der Moderation von Foren wichtig sind.

Quellen: Golem.de , Heise.de

E-Commerce wächst weiter

2008 war ein sehr positives Jahr für den Onlinehandel. Laut GFK sind Waren für 13,6 Milliarden Euro über den virtuellen Ladentisch gegangen. Dies entspricht einem Plus von 19 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Besonders interessant ist hierbei der Anstieg der Onlinekäufer um 12 Prozent auf fast 30 Millionen Kunden. Der Trend ist besonders positiv, da eine Studie vor einigen Monaten aufgezeigt hat, dass viele Personen noch skeptisch dem Onlinekauf gegenüberstehen.

Mehr Infos zu diesem Thema sind auf golem.de zu finden.

Sensibilisieren zur Monetarisierung

Seit einigen Wochen spreche ich mit verschiedensten Startups bzw. Web 2.0 Diensten über das Thema Monetarisierung. Grund war sicherlich auch die Studie die ich durchgeführt habe, die auch auf jeden Fall noch veröffentlicht wird.

Einige Punkte sind aber sehr deutlich aufgefallen und darauf wollte ich in diesem Beitrag näher eingehen. Die meisten Projekte versuchen es nicht mal sich zu Monetarisieren. Sie hoffen auf die Idee des Jahrhunderts um zukünftig mit ihrem Dienst Geld zu verdienen. Dies ist ziemlich schade und selten von Erfolg gekrönt.

Sind wir ehrlich: Viele Modelle werden schon erfolgreich von verschiedensten Diensten angewendet. Darunter z.B: Xing mit einem Premiumaccount, Pressebox mit einer Dienstleistung, oder einfach wie StudiVZ (auch wenn noch nicht wirklich erfolgreich) mit Werbung. Zusätzlich gibt es noch zig verschiedene weitere Modelle je nach Art des Dienstes. Trotzdem das Rad wird man nicht mehr neu erfinden – umso entscheidender ist die Möglichkeiten auszuschöpfen.

Deshalb an alle Betreiber von Web 2.0 Diensten die irgendwann mal Geld mit ihrem Dienst verdienen wollen, macht euch schon beim Start der Community dazu Gedanken. Spannt eure Mitglieder aktiv ein und tretet in einen Dialog. Die Nutzer verstehen dass ein Dienst auch Geld verdienen muss. Heißt stellt verschiedene Modelle zur Diskussion und testet diese gemeinsam mit den Mitgliedern.

Entscheidend für den Erfolg ist wie bei allen Aktivitäten im Online Marketing Bereich neben dem aktiven Dialog mit den Usern : TESTEN TESTEN TESTEN!!!

Wenn der User König ist…

Kunde und User sind nicht grundsätzlich verschiedenen, da auch User eine Dienstleistung (Web 2.0 Dienst) nutzen. Zwar zahlen Sie nicht zwangsläufig direkt für die Leistung, aber indirekt versucht der Betreiber seine Plattform und damit seine Nutzer zu vermarkten.

Servicegedanke
Community Management ist eben auch für die Probleme oder Anfragen der User da. Trotzdem kam es in früherer Vergangenheit öfter dazu, dass sich User stark aufgeregt haben wenn Sie das Gefühl ihre Anliegen wurden nicht schnell genug bearbeitet. Dies ging sogar soweit, dass User geschaut haben ob der Community Manager auf seinem privaten Blog oder per Twitter etwas veröffentlicht haben. Falls dies der Fall war, wurde „Sturm“ gelaufen was für ein Servicegedanke dahinter steht und das dies kein gutes Community Management sein kann. Kritisch vor allem Sonntagnachmittags um 17 Uhr…

Eine 40 Stunden Woche gibt es für Community Manager bekanntlich nicht. Trotzdem sollten auch die User begreifen, dass CMs nicht 24/7 für ihre Belange da sind. Auch wenn der CM gerade Online unterwegs ist auf seinem privaten Blog oder seinem Twitteraccount bedeutet das nicht, dass er auch in seiner eigenen Community unterwegs sein muss!

User sind Könige aber sollten auch Könige manchmal von Ihrem hohen Ross runterkommen. Auch Community Manager haben Pausen verdient in denen Sie machen lassen können was Sie wollen. Schließlich will man selbst auch nicht am freien Tag von seinem Chef oder seinen Kunden belästigt werden – oder?

Klar arbeiten wir oft auch am Wochenende, aber das sollte für die User außergewöhnlich sein und nicht alltäglich werden. Heißt wenn ihr am Wochenende eine Anfrage habt die nicht sofort beantwortet wird, dann wartet einfach bis zum nächsten Werktag – spätestens dann wird euch der Support oder der Community Manager auf jeden Fall helfen.

Terminplan für die nächsten Wochen

In den letzten Tagen kamen Anfragen wo und wann man mich zu Gesicht bekommt, ein Grund mehr endlich meinen externen „Terminplan“ zu veröffentlichen. Wer mich dann zu Gesicht bekommen möchte muss sich nur melden.

CeBit, Hannover (5.3.2009)
Am Donnerstag werde ich auf der CeBit zu finden sein. Mit im Gepäck habe ich nebenbei ein neues Format welches wir (in Kooperation mit einer weiteren Agentur) nach der CeBit in monatlichem Abstand veröffentlichen werden.

Communitystammtisch 2.0, Frankfurt (10.3.2009)
Der wohl älteste Communitystammtisch in Deutschland. Letztes Mal war ich Aufgrund eines Staus verhindert – dieses Mal bin ich aber definitiv mit von der Partie. Liegt wahrscheinlich auch daran, dass ich den Impulsvortrag zum Thema Monetarisierung im Web 2.0 halte.
Link

Orgameeting BarCamp, Karlsruhe (12,19,26.3.2009)
Das BarCamp nimmt immer konkretere Züge an. Wer Lust hat kann sich gerne anschließen. Zu finden sind wir in der „Gelbe Seiten Lounge“.

Munich Gaming, München (1.4.2009)
Gleich am ersten Tag auf dem Panel „Gaming Communities – Kritiker, Fans, Mitgestalter“. In diesem Fall in meiner Funktion als Vorstandsmitglied des Bundesverbands Community Management e.V.
Link

BVCM e.V. Versammlung / Workshop, Hamburg (4-5.4.2009)
An diesem Wochenende geht’s ab nach Hamburg für den BVCM um zum Workshop. Genaueres wird hierzu erst bekannt gegeben.

Datenschutz: Bewusstsein Fehlanzeige!

Mit meiner Aussage werde ich mich wahrscheinlich gleich ins Abseits stellen. Aber ich muss dazu auch endlich mal etwas sagen. Ich finde alle Initiativen und Personen die sich für mehr Datenschutz aussprechen fast immer sehr positiv, doch es gibt Momente da muss ich Schlucken.

Hatte durch Zufall eine kleine Reportage zum Thema gesehen und war mehr als schockiert über einige Leute. Es wird gerade wie eine Frau einkauft und ihre Payback Karte an der Kasse durchziehen lässt. Paar Minuten später wird sie befragt was sie vom Datenschutz hält: Sie regt sich über alle möglichen Firmen auf die gerade in verschiedene Skandale verwickelt sind.

Ganz ehrlich wenn ich so etwas sehe dann rege ich mich auf. Wer ohne drüber nachzudenken bestimmte Daten in Diensten angibt, der sollte sich Gedanken machen wie leichtsinnig so etwas ist. Der gläserne Kunde wird nicht durch die Dienste geschaffen, sondern durch ihn selbst! Der Kunde gibt freimütig alle Informationen zu seiner Person preis… Beim eCommerce ist er vorsichtig und macht sich Gedanken zu seinen Daten, aber bei der Anmeldung bei Social Media Diensten (z.B. plazes) ist es Ihm egal ob jeder sieht wo er unterwegs ist….

Selbst Schuld! Tut mir echt Leid so zu reagieren.

Die Initiativen machen wirklich einen guten Job und gehen den Schritt an die Politik um bestimmte wichtige Änderungen durchzusetzen. Ich finde das löblich, aber ohne das Bewusstsein der Bürger bringen auch solche Änderungen nicht sonderlich viel. Jede Person sollte sich über seine Daten Gedanken machen bevor er sich irgendwo im Internet, einem Dienst oder bei einem Kundenpartnerprogramm anmeldet. Wenn er sich den möglichen Konsequenzen bewusst wird ist das schon ein guter Anfang.

Würden Sie es gut finden wenn Ihr Chef, Nachbar oder sonst eine Person genau sehen könnte was Sie das letzte Mal eingekauft haben? Wo sie angemeldet sind? Oder einfach nur Bilder von Ihnen von irgendwelchen Partys?