Monatsarchiv für September 2009

 
 

Wahlkampf und Experten auf allen Kanälen

Die Berichterstattung zur Bundestagswahl 2009 war auf einem hohen Niveau, jedenfalls wenn das Thema nicht Wahlkampf im Internet gewesen ist. Insgesamt haben sich einige der geladenen Experten selbst disqualifiziert: u.A. bei RTL2 gab es die spannende Aussage: „Internet ist wie jedes andere Medium auch…“

Interessant ist eigentlich am Ende des langen Weges, dass kaum etwas davon wirklich übrigbleibt – mal abgesehen von der Piratenpartei die wohl den innovativsten Internet-Wahlkampf in Deutschland gemacht hat. Damit meine ich, dass kaum Inhalte wirklich die nächsten Jahre überleben werden. Ich prognostiziere eine ähnliche Aktivität wie von Barack Obama auf seinem Twitteraccount in den ersten Monaten nach seiner Wahl…

Deshalb einige Vorschläge für den nächsten Wahlkampf – und wie die Planung in wenigen Schritten aussehen sollte:

  • Planung der Strategie und welche Communities genutzt werden (auch ob eine eigene zusätzliche Plattform geschaffen werden soll)
  • Communities in Social Media Diensten aufbauen (Asymmetrisches Community Management ;))
  • Inhalte erstellen und über die jeweiligen Kanäle verbreiten
  • Diskussionen anstoßen und mitdiskutieren
  • Kanäle nach Verbreitung überwachen und optimieren (Meinungsmacher suchen und diese direkt ansprechen)

So was hat dieses Jahr davon gefehlt? Ach es gab keine wirklichen Inhalte! Deshalb war der Wahlkampf so spannend, mal bis auf die Ausnahme “und alle so YEAH!”. Social Media Marketing kann sehr sinnvoll sein und eine breite Maße an Personen ansprechen – ohne Inhalte sollte man es aber besser sein lassen.

Deshalb für den nächsten Wahlkampf bitte auf folgendes achten:

  • Content ist wohl das wichtigste Element!
  • Diskussionen sollten angestoßen und auch aktiver geführt werden

Und noch eine kleine Bitte: Versucht doch neue Wege zu gehen und die Bürger aktiver an der Politik der Parteien teilhaben zu lassen. Wie wäre es mal mit ein wenig Crowdsourcing bei bestimmten Problemstellungen? Siehe Ideastorm von DELL – so etwas nennt man auch den Bürger aktiv in Politik einspannen.

Affine Werbung?

Schöne neue Welt der Werbung welche direkt an die entsprechende Zielgruppe ausgeliefert wird? Jedenfalls sollte sich Universal Music Group da wohl einer etwas besseren Marketing oder Online Marketing Manager suchen. Die haben bei der Webseite von Marilyn Manson beide definitiv geschlafen…

marilynmanson















Vielleicht wäre weißes Puder fürs Gesicht passender gewesen ;)

Verstehen Sie Kritik?

In den letzten Wochen kam es bei Kommentaren oder Blogbeiträgen zu Artikeln in den „Fachmedien“ oder großen Blättern oft zu sehr komischen Diskussionen die eine gewisse Kritikresistenz der Autoren zeigen.

Ein sehr gutes Beispiel für eine Diskussion hierzu zeigt der Artikel von Daniel Rettig von der Wirtschaftswoche. Dieser hat den Artikel „Die Macht der Kontakte“ geschrieben und einige Quellen zu seiner Grundaussage gefunden. Trotzdem hackt es beim Artikel an einigen Stellen, wie Daniel Langwasser in seinem Blog treffend näher betrachtet…

Und so ging die Diskussion über den Artikel unter dem Blogbeitrag los. Grundsätzlich ist dies sehr positiv und zeigt, dass der Autor seine Artikel auch im Auge behält. Leider sieht der Autor in diesem Artikel aber eher einen Angriff auf seine Person, anstatt es als konstruktive Kritik gegenüber seiner Arbeit zu sehen…. Schade, denn mit der Unterstützung von Kritik und Kommentaren könnte er diesen Artikel wesentlich verbessern und somit zu einem der Referenzartikel zu diesem Thema werden lassen.

Zu diesem Thema werde ich in den kommenden Tagen ein wenig mehr schreiben. Besonders wie die Verbindung zu dem Leser den Journalismus zukünftig stärker beeinflussen wird.

Volkssport Amazon Bewertungen schreiben

Mit bösen Blicken schauen einige Personen über den Teich wo für gute Bewertungen Geld gezahlt wird. Der letzte größere Skandal welcher an die Öffentlichkeit getreten ist war der der Firma Belkin. Welche sich aber auch „prompt“ für den Einzelfall entschuldigte. Wie unverschämt ist es denn auch den Nutzern Geld für eine positive Bewertung zu geben?

Dann lieber selbst schreiben! Über solche Möglichkeiten denken vor allem deutsche Unternehmen, bzw. deren Produktmanager nach und nutzen dies ohne lange nachzudenken. Da werden Accounts von Mitarbeitern genutzt um Produkte mit tollen Bewertungen zu schmücken. Ein Schelm wer Böses denkt!

Beispiele möchte ich an dieser Stelle keine veröffentlichen, doch sei jedem gesagt, dass er nur nach schlechten Produkten mit guten Bewertungen suchen muss. Am besten danach den Namen/Nick etwas genauer anschauen und bei Facebook und XING suchen. Recht schnell kann die Verbindung mit dem eigentlichen Unternehmen festgestellt werden… Das ist insbesondere deshalb schade, da das Vertrauen der Nutzer immer mehr zerstört wird.

Welchen Tipp ich Produktmanagern und den Unternehmen gebe: Geht doch gezielt auf die negativen Bewertungen ein und nutzt z.B. bei Amazon die Antwort Funktion. Leider habe ich bis dato selten gesehen, dass Unternehmen gezielt darauf geantwortet und geholfen haben. Da könnte dann auch die Bewertung deutlich verbessert werden. Service heißt hier das Zauberwort.

PS: Nebenbei die Geschäftspraktiken mit „gefakten“ Bewertungen sollte man sich sehr gut überlegen – denn einmal erwischt fällt die Reputation ins bodenlose…

Interview über meine Tätigkeit bei Xybris Interactive

Auf der diesjährigen GamesCom wurde ich vom Browsergamesportal OGLabs zum Projekt Fame2u befragt. Es ging in erster Linie um das Spiel und das Unternehmen Xybris Interactive GmbH, bei dem ich derzeit das Marketing leite.

Stelle aus dem Interview:

OGLabs: Wie wird diese Closed-Beta ablaufen. Wird es Beta-Keys zu gewinnen geben?

Mark Ralea: Wir möchten die Closed-Beta nutzen, um das Spiel besser zu machen und weniger als Marketing-Gimmick wie bei anderen MMOGs. Das heißt, dass die Closed-Beta relativ klein gehalten wird, um auch eine aktive und direkte Kommunikation mit allen Spielern zu ermöglichen. Aber natürlich werden wir auch einige Keys zur Verfügung stellen für Spieler, die wirklich Interesse zeigen. Danach gibt es auch noch eine Open-Beta, an der jeder teilnehmen und sich das Spiel genauer anschauen kann. Da wollen wir aber die meisten Fehler schon lange beseitigt haben.

Das komplette Interview findet ihr unter Oglabs.de. Viel Spaß beim lesen…

Faker erkennen: IP-Check

Vor einiger Zeit hatte ich einen ersten Artikel zum „Black-SMO“ geschrieben, welcher teilweise für heftige Diskussionen gesorgt hat. Auch wenn es viele nicht wahrhaben mochten ist dies aber Realität in vielen Communities auf der ganzen Welt. Ich möchte mit der Serie aber in erster Linie den Community Managern die Chance geben um bestimmte Aktivitäten frühzeitig zu erkennen und im Keim zu ersticken. Deshalb werde ich auch die jeweiligen möglichen Gegenmaßnahmen näher aufzeigen.

Wichtig

Die Überprüfung der IP Adresse ist nur während der Nutzungsdauer des Users gestattet – ansonsten sind Speicherung von personenbezogenen Daten wie IP/Username nicht gestattet. Jedenfalls laut einem Urteil des LG Berlins. Fazit vieler Anwälte ist aber, dass das LG durch die Entscheidung keine wirkliche Rechtssicherheit geschaffen hat. Heißt dieses Urteil kann oder kann auch nicht aufgehoben werden… Aktuell ist es aber definitiv erlaubt während einer Session auf der der User auf der Seite ist sich das genauer anzuschauen.

IP-Check / System

Wohl einer der wichtigsten Funktionen um Faker zu erkennen ist der IP Check. Unprofessionelle Dienstleister und Personen nutzen die eigene Leitung und können dementsprechend relativ einfach per IP überführt werden. Habe schon oft genug erlebt, dass jemand mit seinem eigentlichen Account + Fakeaccount gleichzeitig eingeloggt war.

Heißt: Der IP Check sollte für den CM so eingestellt werden, dass automatisch sichtbar ist wenn 2 User die gleiche IP nutzen. Oft passiert so etwas, dass einige Nutzer aus dem gleichen Netzwerk auf die Seite kommen, aber nicht immer ;)

Bei etwas versierteren Nutzern hilft dies nicht weiter – diese Nutzen besonders häufig verschiedene Proxy Server. Deshalb sollte es im Bereich IP-Check auch die Möglichkeit geben eigene IPs zur Suche einzugeben. Diese sollten besonders gecheckt werden, denn normale Nutzer haben nur selten die „Notwendigkeit“ einen Proxy-Server zu nutzen. Sicher es kostet regelmäßig arbeit die IP-Adressen rauszufinden und ins System einzufügen, aber es hat sich in der Vergangenheit oft bewährt.

Eine aktuelle Liste von Public Proxy Servern findet ihr unter: http://www.publicproxyservers.com/index.html

Wirklich professionelle Nutzer haben ihren eigenen Proxy Server und sind nur schwer zu fassen, was aber trotzdem nicht ganz unmöglich ist. IP-Checks sollten auch auf wiederkehrende IP-Adressen bei den Nutzern Ausschau halten. Diese kann man dann recht leicht überprüfen in wie weit dies Firmennetzwerke sind oder Proxy Server einzelner Personen. Bei Proxy Servern einzelner Personen sollte man grundsätzlich etwas misstrauischer werden und das dann wesentlich genauer unter die Lupe nehmen.

Jetzt fragen sich sicher einige – so viel Aufwand nur um Faker zu finden? Im Endeffekt kostet es eigentlich recht wenig Zeit wenn das System und die Prozesse erst einmal in den täglichen Workflow eingebaut sind. Besonders wichtig sind solche Elemente bei Communities die stark vom Vertrauen zwischen den Usern leben. Dort kann ein solches erkennen von Fakes enorm wichtig für die Entwicklung der Community sein.

Kurz eine Übersicht was der IP Check können sollte (jeder normale Entwickler kann das recht schnell umsetzen)

  • Alarm bei gleichen IP Adressen und unterschiedlichen Nutzern
  • IP Adressen Eingabe auf die geachtet werden soll (quasi Blacklist)
  • White List (darf nur bedingt erstellt werden) -> IPs ja aber ohne zugehöhrigen User

Bei weiteren Fragen einfach die Kommentar-Funktion nutzen. Hoffe ich konnte einen ersten Einblick in das Thema Tools für CMs aufzeigen. Nebenbei werden auch solche technischen Tools leider von wenigen CMs wirklich genutzt.

Einen allgemeinen Artikel zum Thema Faker und deren Erkennung findet ihr auf dem Community-Management Blog von Daniel.

Interessante Stellen im Bereich Community Management

Irgendwie hat sich der Blog in den letzten Monaten wesentlich stärker zum Thema Community Management entwickelt, deshalb möchte ich auch in dem Zug auch noch einen kleinen Service anbieten. Eine aktuelle Liste mit interessanten Stellen für den Bereich Community Management. Dabei geht es nicht um Praktikas sondern nur um Festanstellungen die angeboten werden. Außerdem werde ich dazu immer einen kleinen Kommentar zu den Aufgaben und den Anforderungen geben.

Community and SEO Manager Germany/UK Shopping.com

Die Mischung ist grundsätzlich nicht so schlecht gewählt, denn als SEO benötigt man immer noch ein gut funktionierendes Netzwerk an Kontakten etc. um Linkbuildung zu betreiben. Außerdem fällt unter den Bereich Community auch die Social Media Strategie.

Fazit: Der Job ist eher etwas für Experten die im Bereich Community Management und SEO schon einiges an Erfahrung sammeln konnten. Außerdem ist mit 3 Jahren Erfahrung, Hochschulstudium, hohe Technikaffinität und Erfahrung im Management von Online Communities jemand gesucht denn niemand ernsthaft bezahlen könnte…

Chief Community Manager / Games Designer bei Gamelabs GmbH

Diese Mischung kann durchaus überzeugen wenn der Chief CM eher im Bereich strategische Planung und Entwicklung des Community Managements tätig ist. Er kann quasi seine strategische Planung als Game Designer entsprechend in den Spielen einbauen. Quasi Legislative und Exekutive in Einem…

Fazit: Genauso wie bei Shopping.Com ist das ein Job die schon längere Erfahrung in der Gamesbranche und im Bereich Community Management haben. Ansonsten können die Anforderungen kaum erfüllt werden.

Foren Moderator / Community Manager bei Notebooksbilliger.de

Notebooksbilliger sucht eine Mischung aus Foren Moderator und Community Manager. Wobei der Fokus stark auf den Forenmoderation liegt was auch bei den Anforderungen ersichtlich wird.

Fazit: Der optimale Einstieg für Quereinsteiger! Es werden grundlegende Fähigkeiten welche ein Community Manager mitbringen muss benötigt.

Viele Unternehmer sehen Social Media kritisch

Wie die aktuelle Studie „Social Media Company Monitor 2009“ aufzeigt, werden über die Hälfte der Unternehmen keine Aktivitäten in Social Media Diensten durchführen. 20% gaveb davon schon mal etwas gehört aber wissen nicht genau was dahinter steckt. Die 350 Führungskräfte sehen auch meist (und zwar 25% davon) den IT-Admin als Social Media Menschen an.

Irgendwie schockiert dieses Ergebnis doch ungemein – inzwischen sollten die meisten ein wenig was von Facebook, StudiVZ und Twitter mitbekommen haben. Außerdem sollten sich die meisten Unternehmen die im B2C Sektor tätig sind Gedanken dazu machen – wieso? Weil über ihre Produkte und Dienstleistungen schon seit Urzeiten diskutiert wird. Die Chancen und Möglichkeiten aber auch die Risiken keiner Aktivitäten werden meist stark unterschätzt…. Schade.

Ehrlich gesagt habe ich aber dafür keine Studie benötigt, denn aus dem Alltag und den Gesprächen mit zig Personen aus dem nicht IT/Internetfeld bestätigen diese Kennzahlen leider allzu deutlich.

PS: Aber selbst Unternehmen die sich dem Thema geöffnet haben machen sich meist zu wenig Gedanken über ihr Engagement und die Wirkung dessen.

Wer die Studie lesen möchte muss sich anmelden!

Quelle: t3n