Monatsarchiv für Januar 2010

 
 

Verkäufe ankurbeln mit einer “guten Geschichte”

Fake Beiträge gehen relativ oft nach hinten los. Belkin und Co wissen da ganz gut Bescheid. Eine andere Möglichkeit ist es durch eine Geschichte (meistens ein Fake, aber hin und wieder einfach ein Nutzer der Schabernack treibt) die Diskussion und die Bewertungen zu erhöhen. Wie dies wirklich auf kreative Weiße klappen kann, zeigen zwei Beispiele. Die Bewertungen haben das Produkt maßlos auf die Schippe genommen und haben dadurch eine Eigendynamik entwickelt.

Das aktuelle Beispiel ist das „Wenger Schweizer Offiziersmesser Giant“ welches bei Amazon vertrieben wird. Mit einem unglaublich stolzen Preis von 651,20 € ist das Messer wirklich nur etwas für ganz wenige Liebhaber. Jedenfalls denkt man das im ersten Moment. Meine persönliche Meinung zu dem Produkt ist, ganz teurer Müll. Aber durch die Beiträge von vielen (über 250) Leuten konnte es das Messer sogar in die Top1000 der „Sport & Freizeit“ Charts steigen. Heißt es wurde doch einige Male verkauft…

Angefangen hat es schon mit einem Beitrag im Mai, aber richtig Fahrt aufgenommen hat es erst im Dezember 2009. Der Beitrag der es in wenigen Worten am besten beschreibt: „Mit dem Teil wird sogar Mc Gyver eifersüchtig. Und Chuck Norris kann gleich einpacken, den brenn ich mit der Superlupe weg.

Dass durch lustige Bewertungen ein Hype um das Produkt aufgebaut werden kann und die Verkaufszahlen signifikant steigen zeigen viele Beispiele. Das Beste darunter ist wohl das „Mountain Three Wolf Shirt“.

Mit dem Shirt würde sich wohl kaum jemand ernsthaft auf die Straße trauen. Jedenfalls bis zu dem Zeitpunkt als eine Bewertung gepostet wurde, dass alle Frauen auf das Shirt stehen. Unglaubliche Geschichten passierten nur weil die Leute das Shirt anhatten… Kurzes Beispiel:

I arrived at Wal-mart, mounted my courtesy-scooter (walking is such a drag!) sitting side saddle so that my wolves would show. While I was browsing tube socks, I could hear aroused asthmatic breathing behind me. I turned around to see a slightly sweaty dream in sweatpants and flip-flops standing there. She told me she liked the wolves on my shirt, I told her I wanted to howl at her moon. She offered me a swig from her mountain dew, and I drove my scooter, with her shuffling along side out the door and into the rest of our lives. Thank you wolf shirt.“

Ende oder Anfang vom Lied ist die Charts Platzierung von Amazon bei der Kleidung. Unangefochten seit einiger Zeit auf Platz 1!

Das Fazit ist relativ einfach. Eine gute Geschichte kann durch eine sinnvolle Verbreitung und einen Dialog einen so großen „Buzz“ erzeugen, dass die Verkaufszahlen explodieren. Dabei geht es auch weniger um die Qualität oder Aussehen des Produktes selbst, sondern den Aufbau eines Kultstatus.

Wieso überhaupt Community Management?

Während meinen Schulungen bei Burda war eine der elementaren Fragen, welche gleich wohl die elementarste ist: „Wieso betreibt man überhaupt Community Management? Welchen Sinn hat es und was bringt es meinem Unternehmen oder meiner Arbeit?“ Diese Fragen können häufig von den Community Managern selbst nicht richtig beantwortet werden. Wieso sollten es dann Außenstehende können?

Als Dozent benötige ich ja eine Antwort welche stichhaltig und sinnvoll ist. Ich möchte euch diese auch nicht vorenthalten:

Vor einigen Jahren (vor der Zeit des Internets) war ein Dialog über Produkte, Dienstleistungen, Inhalte oder Personen recht umständlich. Kaum eine der Diskussionen wurde überregional geführt und dies war zum Vorteil des Unternehmens. Kritik von Lesern und Kunden konnte relativ leicht „mundtot“ gemacht werden. Man verlor maximal (laut Studie) den einen Kunden + die 9 Personen die er auf den Missstand aufmerksam gemacht hat. Meist waren von den 9 Personen nur 1-2 Kunden. Dieser „kalkulierte“ Verlust konnte in Kauf genommen werden.

Seit wenigen Jahren funktioniert die Kommunikation jedes Einzelnen im Netz aber nicht mehr 1:1. Außer vielleicht im persönlichen Chat, aber ansonsten ist diese immer automatisch 1:n. Heißt jede Kritik wird von hunderten oder im schlimmsten Fall von tausenden gelesen und hinterfragt. Unternehmen die sich diesem Dialog nicht stellen haben ein massives Problem in der langfristigen Entwicklung. Denn die Reputation fällt nicht nur, wenn man Fehler gemacht wurden, sondern auch wenn Kritik oder Anfragen ohne Reaktion bleiben.

Ein konkretes Beispiel ist in diesem Fall (nein ich möchte nicht das Unternehmen nennen oder den Redakteur) ein Artikel welcher eine recht hohe Verbreitung im Netz hatte. Dieser wurde sehr kritisch hinterfragt, da Zahlen aber auch die Meinung des Autors sehr subjektiv waren und kaum stimmen konnten. Kommentare, Blogbeiträge und „Leserbriefe (per Email)“ haben darauf aufmerksam gemacht, dass da etwas nicht stimmen kann. Der Autor und der Verlag reagierten erst gar nicht und später damit, dass die Quellen alle sehr seriös sind. Hätte sich der Autor oder der Verlag die Mühe gemacht die Kommentare richtig zu lesen, hätten sie schnell gemerkt, dass der Wahrheitsgehalt der Studie einfach unmöglich vorhanden sein konnte.

In den nächsten 2 Wochen trudelten einige Abo-Kündigungen ins Haus. Am Ende waren es über 150 Abos welche nur aufgrund des Artikels gekündigt wurden. Jetzt kann man natürlich sagen – macht ein Artikel soviel aus? Nein sicher nicht, aber die Reaktion des Verlags hat hier den Ausschlag gegeben. Journalisten und Verlage dürfen Fehler machen, aber diese müssen eingestanden und korrigiert werden. An Fehlern festzuhalten und damit die Meinung der „Experten“ in den Blogs und Kommentaren nicht zu beachten kann eine solche Reaktion der Kunden hervorrufen.

So was bringt nun Community Management und wieso sollte man es machen?

Man kann es denke ich auf zwei Bereiche runterschrauben:

  1. Kunden gewinnen
  2. Kunden nicht verlieren

Ist das wirklich so einfach? Ja ist es. Kunden können gewonnen werden, da ein offener Umgang mit Kritik einen Servicegedanken enthält welcher von den meisten Kunden geschätzt wird. Ich habe ein Problem oder eine Anregung – wenn darauf angemessen reagiert wird bin ich als Kunde zufrieden, empfehle weiter und kaufen zukünftig weitere Produkte des Unternehmens.

Kunden nicht verlieren
Oft ist das eigene Produkt nicht das Beste auf dem Markt, heißt die Schwelle für den Kunden ein anderes zu kaufen ist „relativ gering“ (Preis und Co spielen natürlich auch eine Rolle). Trotzdem bleibt der Kunde dem Produkt und dem Unternehmen „loyal“ verbunden, da er konkret sieht, dass das Unternehmen an der Verbesserung des Produktes arbeitet und seine Vorschläge mit einbezieht. Das Unternehmen reagiert auf die Wünsche und Äußerungen des Kunden und erheben somit den Stand des Kunden. Weg vom „lästigen“ Service….

Um es kurz zu sagen – Community Management ist für den offenen Dialog in Communities und Social Media Diensten perfekt um die Belange der Unternehmen zu wahren und langfristig die Kunden zu binden. Entscheidend dabei ist aber, dass das Unternehmen auch ein klares Statement zum offenen Dialog gibt. Manchmal muss man „weich“ sein und Fehler eingestehen um erstarkt aus der Diskussion zu gehen. Ein unzufriedener Kunde, der zum zufriedenen Kunden gemacht wird, ist die beste Werbung die man haben kann!

Technische Tools fürs Community Management: Teil 1 Faker und Moderation

Diese Woche, voll mit Themen und Gesprächen über Community Management, hat mir eines deutlich gezeigt: Die meisten Communities und Social Media Dienste haben nur rudimentäre Tools für die Moderation der Nutzer. Besonders schade, denn einige „kleinere“ Entwicklungen könnten die Arbeit für den Community Manager deutlich vereinfachen. Deshalb hier einige Vorschläge was durchaus Sinn machen würde…

Faker/Doppelaccounts

IP-Adressen und Co

Ein sehr großes Problem ist hierbei der deutsche Datenschutz, der es nicht erlaubt, IP-Adressen mit dem User zu verbinden. Dies kann man bedingt ein wenig umgehen. Welche Möglichkeiten wären vorhanden?

  • Bei der Anmeldung muss eine Session ID + Bestätigungsmail an den Nutzer gehen. Hierbei muss eindeutig bestimmt werden können, über welche IP Adresse er sich beim Portal angemeldet hat. Diese Daten können recht schnell mit den anderen Nutzern, die sich an dem Tag angemeldet haben, verglichen werden. Denn meistens erstellen Faker 2-3 Accounts an einem Tag.
  • Während der eigentlichen Session, in der der User eingeloggt ist, kann gecheckt werden, ob es einen zweiten Nutzer mit der gleichen IP gibt.

Optimalerweise es gibt ein extra Bereich mit der Info, welche User während der Session und der Anmeldung die gleiche IP Adresse hatten. Sicher kommt es vor, dass einige aus dem gleichen Netzwerk (Firma, Familie usw.) sich anmelden/registrieren und entsprechend die gleiche IP haben. Aber oft erkennt man relativ schnell die Faker.

Faker-Mail-Adressen

Fast jeder Nutzer hat mehrere Emailadressen die er entsprechend nutzt. Trotzdem kann man je nach Netzwerk relativ schnell erkennen, ob eine Mailadresse auch ein Fake sein könnte. Bei XING ist die Emailadresse „hotchick@“ wohl eher selten anzutreffen. Heißt, man kann je nach Netzwerk nach kurzer Zeit bestimmen, ob eine Mailadresse zu einem echten Nutzer gehört oder als Fakeadresse genutzt wird. So etwas funktioniert aber nur bei Netzwerken, die auch auf Echtnamen zielen.

Textvergleich/Stil

Textvergleiche von den Nutzern – wer schreibt ähnliche Texte oder benutzt häufig bestimmte Wörter. Im Endeffekt habe ich diese technische Lösung noch nirgends in einer Community gesehen, aber sie macht Sinn. Wie funktioniert es?
Im Endeffekt liest ein Bot bzw. der Server die Texte aller Nutzer aus und erstellt dementsprechend ein Profil. Welche Wörter oder „Kreationen“ werden am Häufigsten genutzt. Danach werden die Nutzer gegenüber gestellt und die Info geht an den CM. Dieser kann dann herausfiltern, in wie weit die Wahrscheinlichkeit eines Doppellaccounts vorhanden ist. Vorteil dieser Methode ist, dass wenige Menschen unterschiedliche Schreibstile imitieren können. Jedenfalls im semiprofessionellen Bereich nicht.

Moderation und Trolle

Nach dem Aufbau der Community kommt der Moderation die größte Bedeutung zu. Heißt, je mehr Hilfen eingebaut werden, desto schneller und effektiver kann die Moderation von statten gehen.

Trustsystem für Nutzer

Mein Lieblingsthema auf allen möglichen Veranstaltungen. Bis dato gab es kaum einen Community Manager, der keine feuchten Augen bekommen hat, weil er genau so etwas haben möchte. Im Endeffekt ist dies eine bessere Skalierung der Nutzer in bestimmte Gruppen.
Kurz zu der Funktionsweise:
Das System ist eine Mischung aus menschlichen Bewertungen und technischen Informationen. Heißt, der Nutzer bekommt für viele Aktivitäten Punkte oder Minus-Punkte. Je nachdem wie er/sie sich anstellt. Jeder neue Nutzer startet mit einer negativen Punktezahl, da er Anfangs ja auch etwas stärker beobachtet werden muss. Einfach, um zu sehen, in welche Richtung seine Aktivität geht. Aufgrund der Größe seines Freundesnetzwerkes und eines vollständig ausgefüllten Profils (wichtigen Punkte) kann er diese negative Zahl etwas ausgleichen. Zusätzlich erhält er auch Trust von seinem Freundesnetzwerk – quasi wie beim Pagerank erhält er einen „Vertrauensbonus“ wenn er Freunde hat, welche schon positiv aufgefallen sind.
Die technischen Möglichkeiten hören im Endeffekt an diesem Punkt auch schon auf. Ab hier gibt es nur noch das checken der Beiträge durch Moderatoren und Admins. Diese schauen im Endeffekt die Beiträge der Personen mit negativem Punktestand und sehen in welche Richtung sich der User entwickelt, geben ihm entsprechend einen Vertrauensbonus oder entziehen im diese. Je höher das Vertrauen (Trust) ist, desto mehr oder schneller werden Prozesse bei ihm durchgeführt. Beispiel: Er erhält ohne Überprüfung eine eigene Gruppe (Xing) oder kann eine Fanpage starten (Facebook). Nutzer mit negativen Werten erhalten diese Möglichkeit nicht und müssen erstmal innerhalb der Community zeigen, dass sie Teil dieser sind. Gegebenenfalls muss hier mehr überprüft werden.
Das Ziel dieses Trustsystem ist, die Problemfälle und Beiträge von den anderen rauszufiltern, ohne wirklich alles lesen zu müssen. Dieses Trustsystem ist besonders bei sehr großen Communities eine Erleichterung der Arbeit – auch wenn es Anfangs ein gewisses Maß an Aufwand mit sich bringt.

Der unsichtbare Troll

Diese Funktion gibt es bei einigen Foren und CMS Systemen schon. Die Weisheit „Dont feed the troll“ wird hier genutzt, um einem Troll das Interesse zu entziehen. Der Troll kann sich im gesamten Forum aufhalten und Beiträge schreiben, diese werden auch für Ihn normal veröffentlicht. Die restliche Community sieht im Endeffekt diese Beiträge aber nicht mehr. Oft genug durfte ich schon die Zeilen eines Trolls lesen „Wieso antwortet mir keiner…“. Spätestens dann ist der Plan aufgegangen. Diese Funktion sollte auf jeden Fall jede Community haben.

Hoffe der erste Teil der technischen Möglichkeiten fürs Community Management war interessant. Habt ihr noch für Faker und Trolle technische Ideen, dann schreibt einfach in die Kommentare. In den kommenden Tagen wird es dann mit Community Building und Asymmetrischem Community Management weiter gehen. Über Feedback freue ich mich natürlich!

Rückblick Hauptversammlung Bundesverband Community Management e.V.

Gestern fanden die Hauptversammlung des Bundesverbands Community Management e.V. und später das Get-Together in Frankfurt statt. Denke einen Tag später kann man zurückblicken und die Erlebnisse schildern.

Die Location war direkt bei der neuen Digitalen/razorfish in Frankfurt am Main. Ein großes Dankeschön an Dirk für die Bereitstellung der Location, die Versorgung mit Frühstücksutensilien und die gesamte Organisation vor Ort. Es ist uns allen nicht schwer gefallen zu verstehen wieso ihr so kreativ seid.

Die Hauptversammlung begann mit organisatorischen und typischen Verbandsinformationen. Rückblick des Jahres 2009: Was wurde geschaffen? Wie ist die finanzielle Lage des Verbands. Dies Themen gehören bei einem e.V. einfach dazu. Danach wurde es spannend, denn unser alter 1. Vorsitzender Tom Noeding hat sich nicht mehr zur Wahl gestellt. Im Endeffekt wurden aber die ehemaligen Vorstandsmitglieder und ein neues Gesicht in der neuen Wahl bestätigt bzw. neu gewählt. Silke Schippmann, Daniel Langwasser, Linda Konter und meine Wenigkeit werden in den kommenden zwei Jahren den Vorstand des Verbandes bilden. Vielen Dank für euer Vertrauen in unsere Arbeit.

Der Weg führte dann in Richtung Mittagspause. Denn nach einigen Stunden der Information und der Wahl, mussten wir uns für den zweiten Teil der Hauptversammlung rüsten. Dieser bestand nämlich aus zwei wichtigen Punkten. Darunter die Änderung der Satzung und die Definition der Ziele.

Kurz zu den Änderungen innerhalb der Satzung. Der Verband wird sich massiv öffnen für:

  • Personen die eine Ausbildung in diese Richtung einschlagen möchten. Dabei ist es zweitrangig ob Student, Volontariat oder klassische Ausbildung mit dem Ziel Community Manager zu werden.
  • Unternehmen welche in dem Segment schon tätig sind. Diese sollen auch aktiv in dem Verband mit eingebaut werden.
  • Arbeitslose Community Manager (auch wenn es wahrscheinlich noch nicht viele gibt) – diese wollen wir zum einen Infos über Weiterbildungsmöglichkeiten zur Verfügung stellen, aber auch im besten Fall diese Personen weitervermitteln.

Gegen Ende hin haben wir gemeinsam die Ziele für das Jahr 2010 definiert und können mit fug und recht behaupten, dass wir hier sehr stark die Unternehmen wie auch die Community Manager mit Informationen und Hilfen zur Verfügung stehen wollen. Klar ist, dass das Berufsbild des Community Managers, aber auch die Beschreibung von Community Management in der Vergangenheit noch auf sehr wackligen Füßen gestanden hat. Hier werden wir in diesem Jahr Abhilfe schaffen!

Bei Get Together waren wieder alle mit von der Partie und einige nicht BVCM-Mitglieder haben sich angeschlossen. Bei einem oder zwei Glässern Äppelwein (waren ja in Frankfurt) wurden viele Sachen rund um die Zukunft des Community Managements besprochen. Denke diese Veranstaltung war für jeden der sich heute aber auch in Zukunft mit dem Bereich beschäftigt ein Pflichttermin.

Freue mich euch alle: Daniel, Dirk, Silke, Linda, Tom, Jean-Paul, Stefan, Christian, Andreas, Stephanie, Arno, Florian, Werner und Sebastian wieder zusehen, bei der Halbjahres Veranstaltung des BVCM.

Hauptversammlung des Bundesverbands Community Management e.V.

In einigen Stunden, genau genommen in elf, startet die zweite Hauptversammlung des Bundesverbandes Community e.V. Dieses Jahr können wir auch zum ersten Mal zurückblicken, was wir gemeinsam geschafft haben und was an Arbeit für das kommende Verbandsjahr auf uns zukommt.

Wie auf dem CommunityCamp sind wir ziemlich Stolz darauf, dass das erste Jahr gut verlaufen ist. Wir haben die organisatorischen Hürden, welche ein Verband mit sich bringt gemeistert und sind gewachsen. Einen kompletten Rückblick aus meiner Sicht gibt es erst nach der Hauptversammlung, möchte da natürlich nichts vorwegnehmen.

Ich möchte mich aber trotzdem schon vorab als noch Vorstandsmitglied (vielleicht werde ich ja nicht noch einmal gewählt) bei allen bedanken. Freue mich auf ein zweites Jahr mit dem BVCM, ob als Vorstandsmitglied oder normales Mitglied. Diese Entscheidung wird morgen in der Hauptversammlung fallen, wobei ich nicht böse bin, wenn sich eine weitere Person für den Posten als Schatzmeister aufstellen lassen würde.

Ich werde endlich ZWEI!

Heute vor genau zwei Jahren erblickte der kleine aber Feine Eikyo Blog das Licht der Welt. Anfangs nur als Blog gedacht, welcher über aktuelle Themen berichtet, wurde er innerhalb kurzer Zeit zum Fachblog rund um die Themen Community Management, Social Media Optimization und die Monetarisierung von Social Media Diensten.

Während dieser beiden Jahre kann der Blog auf mehr als 300 Artikel, 750 Kommentare und über 65.000 Besucher zurückblicken. Wir (der Blog und ich) bedanken uns deshalb bei allen Lesern und Feedabonnenten recht herzlich und wünschen uns auch im neuen Lebensjahr noch viele spannende Diskussionen und interessierte Leser.

Neben dem Blog wurden auch zwei eBooks veröffentlicht (jedes Jahr eines eben), welche insgesamt über 50.000 Leser begeistern konnte. Darauf kann man wirklich sehr Stolz sein, auch wenn SMO in Deutschland inzwischen in die Jahre gekommen ist.

Da ich gerne jedem Leser mit einem Stück Torte danken möchte, aber dies leider nicht möglich ist. Biete ich dieses Jahr eine kleine aber feine Aktion an: unter den Kommentaren werden in den kommenden Tagen (heißt bis nächste Woche Mittwoch) drei Personen ausgelobt, welche dann eine Torte zugeschickt bekommen. Schreibt dafür einfach einen kurzen Kommentar über den Blog: Was findet ihr gut? Schlecht? Was wünscht ihr euch? Vielleicht auch einfach nur Glückwunsche… was auch immer!

So wir werden den Abend mit einem Glas Wein ausklingen lassen… wobei man mit zwei eigentlich noch kein Glas Wein bekommt. Heute machen wir eine Ausnahme!

Vielen Dank liebe Leser

7 Tage Community Management

Die nächsten 7 Tage stehen ganz im Zeichen vom Community Management und dem Austausch mit Kollegen von anderen Unternehmen.

Schulung in der Burda Journalistenschule (Mittwoch/Donnerstag)
Den Anfang macht Offenburg mit der Schulung der aktuellen Volontäre der Burda Journalistenschule. Dort werde ich an beiden Tagen die Volontäre in den Bereichen: Grundlagen Community Management, Community Building, Moderation und rechtliche Aspekte schulen. Zusätzlich gibt’s dann einige Aufgaben die von den Volontären durchgeführt werden können. Werde nach der Schulung das Aufgabenblatt mal für die Allgemeinheit veröffentlichen um zu schauen was ihr dazu sagt. Für die nächsten Schulungen habe ich schon ein neues gebastelt.

Hauptversammlung Bundesverband Community Management e.V. (Samstag/Sonntag)
Die eigentliche Hauptversammlung und das Get-together werden am Samstag in Frankfurt am Main stattfinden. Dank Daniel Langwasser und Dirk Songür haben wir dort passende Orte gefunden. Neben den üblichen Verbandsinformationen werden wir dort auch eine kleinere Änderung der Satzung vornehmen. Genaueres gibt es dann nach der Hauptversammlung auf der offiziellen Webseite. Das Get Together wird dabei richtig interessant und spannend, denn der Frankfurter Communitystammtisch kann wohl getrost als der Größte in Deutschland bezeichnet werden. Sonntag wird sich der Vorstand dann zum brunchen in Bad Homburg einfinden.

Two Pi Team am Montag
Nach Offenburg und Frankfurt geht es am Montag weiter in Richtung Düsseldorf, genau genommen nach Hilden. Hoffe das liegt jetzt auch wirklich in der Nähe von Düsseldorf. Für uns aus Süddeutschland liegt wohl alles im Nordwesten bei Düsseldorf. Neben einem wirklich spannenden Austausch welcher auf jeder Veranstaltung immer wieder Freude bereitet, gibt es wohl noch ein Thema. Was das genau ist? Keine Ahnung – ich bin selbst gespannt. Two Pi Team ist im Bereich Community Management bei Computerspielen und virtuellen Welten unterwegs und ist wohl einer der größten deutschen Dienstleister für Community Management.

Ab Montagabend dann aber auch wieder in Berlin und gemütlich die Woche Revue passieren lassen. Bin echt gespannt ob es Neuigkeiten in dem Bereich gibt. Wer mich in Offenburg, Frankfurt oder Düsseldorf (Nähe) treffen möchte, meldet sich einfach per Mail.

Social Media Show auf Radio4seo.de

Lange Zeit habe ich mit dem Gedanken gespielt wieder ein wenig mehr zu podcasten – der Videocasts läuft ja inzwischen regelmäßig und ist nicht so zeitintensiv wie ich das Anfangs erwartet habe. Da zufällig auch radio4seo.de einen neuen Moderator für die Social Media Show gesucht hat, habe ich einfach mal eine Show produziert und muss sagen, dass es doch recht schnell von der Hand ging…

Heute läuft diese erste Show auch und damit startet auch radio4seo.de ins neue Jahr. Bin auch ein wenig Stolz darauf, die erste Show des Jahres für das Radio moderieren zu dürfen. Natürlich hat jeder Moderator einen Nickname: meiner lautet Rallebowsk. Mir ist einfach nichts besseres eingefallen.

Die Themen sind:

  • Social Media for small Business
  • Mister Wong
  • 16 Regeln für SMO
  • Transparenz bei Dienstleistern
  • 4 Tipps für den eigenen Brand in Social Media Diensten
  • Vorträge über Social Media auf der SEO Campixx
  • und vieles mehr…

Mehr Infos und auch den Podcast findet ihr auf Radio4seo.de

Interview-Reihe: Daniel Langwasser, selbstständiger Community Manager

Daniel Langwasser

Daniel Langwasser kann man wohl getrost als alten Hasen im jungen Community Management Geschäft betiteln. Seit über 10 Jahren betreibt er eine kleine aber feine Community zum Thema künstlerische Fotografie. Besonders in diesem Bereich konnte er durch gezieltes Community Management seine Zielgruppe erreichen und an die Plattform binden. Mit Trollen und Co hat er in der Zeit oft genug zu tun gehabt und konnte durch bestimmte Maßnahmen ein Umfeld schaffen, welchen es den Trollen kaum Spaß macht vorbei zu schauen. Neben seinen eigenen Portalen arbeitet er auch als freier Community Manager und gibt Schulungen in dem Bereich Forenmoderation. Den meisten Leuten wird er wohl als Betreiber von community-management.de ein Begriff sein.

Im Interview werden Fragen zu allgemeinem Community Management, den Unternehmen aber auch seiner praktischen Arbeit bei akt.de und Co gestellt.

Hallo Daniel,
vielen dank für die Zeit. Haben wir in der Vorstellung zu deiner Person irgendetwas Wichtiges vergessen?

Gerne. Ansonsten sieht die Vorstellung schon recht komplett aus, evtl. kann ich deine Frage direkt nutzen, um ein wenig Werbung für den Bundesverband Community Management e.V. (BVCM) zu machen, den ich im November 2008 mit ins Leben gerufen habe.

Du gehört ja zu den recht alten Hasen im Community Management Geschäft – hat sich aus deiner Sicht in den vergangen zehn Jahren etwas an der Arbeit verändert?

Definitiv ja. Vor zehn Jahren hat im deutschsprachigen Raum noch niemand so recht an den Begriff Community Management gedacht. Foren und Chaträume standen im Mittelpunkt der Kommunikation, die Software-Lösungen waren teilweise noch richtig komplex zu installieren und zu bedienen. Dementsprechend kamen die Betreiber dieser Plattformen primär aus der Techniker-Ecke und der Fokus lag stärker auf der Administration einer Plattform, weniger auf der inhaltlichen Arbeit für und mit den Mitgliedern. Das Verhältnis hat sich heute gedreht, für die Technik gibt es Spezialisten und für die Community Manager stehen andere Aufgaben im Vordergrund. Insgesamt kommen wir langsam an einen Punkt, wo wir wirklich von Community Management sprechen können.

Würdest du uns versuchen in kurzen Worten zu erklären was Community Management für dich ausmacht?

Zu diesem Thema habe ich mir vor einigen Monaten intensiver Gedanken gemacht und den Begriff Community Management für mich folgendermaßen definiert:

Community Management befasst sich mit allen operativen und strategischen Aufgaben und Fragestellungen, die rund um die Konzeption, den Aufbau und das Management einer Online-Community anfallen. Das Aufgabengebiet umfasst dabei sowohl die Betreuung der Mitglieder wie auch die Sicherstellung des Community-Betriebs in Bezug auf technische, rechtliche und monetäre Aspekte.

Wie sieht dein Alltag aus – als Community Manager?

Jeder Tag steckt voller Überraschungen und auch nach zehn Jahren lerne ich täglich dazu, einen wirklichen Alltag gibt es eigentlich nicht. Ganz konkret steht am Anfang eines Tages im Regelfall die Beantwortung von offenen Mitglieder-Anfragen und ein Blick in das Interne Moderatoren-Forum an. Der Kontakt zu den Moderatoren ist enorm wichtig, sie bilden schließlich die Speerspitze zur Community. Ebenso täglich auf dem Plan stehen die aktuellen Entwicklungen rund um das Thema Online-Communitys und Community Management, zum einen für meine eigenen Projekte und zum anderen natürlich auch, um für meine Kunden auf dem aktuellen Stand zu bleiben.


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Videocast 4: Ausblick 2010

Nicht schon wieder einer dieser Ausblicke oder Rückblicke… Aber ein kleiner muss doch erlaubt sein. Im Endeffekt möchte ich auf die beiden Hauptthemen im neuen Jahr aufmerksam machen im Onlinemarkt. Meiner Meinung heißen diese: Community Building und Monetarisierung von Social Media Diensten. Mehr findet ihr im Videocast….