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Vernichtung von Communities?

Die Social Media Nutzer sind besonders in Deutschland ein Volk, welches sich in einer rosaroten Wolke aufhält. Liebe und Zuneigung wird nur Unternehmen entzogen, die aufgrund von massiven Fehlverhalten auf sich aufmerksam gemacht haben. Nestle kennt die Sperrspitzen dieser Bewegung ganz gut…

Kaum jemand macht sich aber Gedanken über gezielte Angriffe auf Communities. Schafft man es mit wenigen Schritten eine Community aus dem Gleichgewicht zu bringen? Wäre man sogar in der Lage eine Community von starker Aktivität zur Inaktivität zu führen?

Kann hier der Wettbewerbsvorteil von Morgen geschaffen werden?

Inzwischen praktiziere ich dies schon seit einigen Jahren in Übersee. Solche Maßnahmen sind nicht nett und man bringt bewusst den Mitbewerber in eine missliche Lage – oft verbunden mit dem Verlust von Kunden und Ansehen. Spätestens ab diesem Zeitpunkt hat man sein Ziel erreicht und die Kratzer sind schwer aus dem Social Media Gedächtnis zu bekommen.

Mein Fazit für 2011: Krieg der Communities wird auch in Deutschland in die erste Runde gehen!

PS: Nebenbei erscheint zu diesem Thema mein neues eBook im neuen Jahr (geplant Ende Januar)

Social Media wird Absatzkanal Nr.1

Wie schnell doch die Zeit vergeht und mein Blog wird nicht gerade attraktiver ohne neue Artikeln. Diesen Artikel hatte ich schon länger vorbereitet, aber bin bis heute nicht zum Abschluss gekommen.

Während der nonick Conference 2010 in Bilbao haben wir schon gemerkt wie wichtig das Thema Facebook für die meisten Anwesenden war. Trotzdem haben wir (das Community Management Panel) versucht die Diskussion etwas weg von Facebook zu halten. Einen Satz konnte ich mir damals nicht verkneifen „Dude – Facebook is there“. Okay es hatte auch etwas mit einer Wette zu tun, aber eigentlich trifft der Satz den Nagel auf den Kopf.

Vor 2 Jahren habe ich noch über „asymmetrisches Community Management“ geschrieben und wie es die Kommunikation mit der eigenen verändern wird. Heute ist es Normal wenn ein Unternehmen/Brand eine Facebook Fanpage hat und dort mit den Usern kommuniziert und Informationen rund um die eigenen Produkte oder Dienste veröffentlicht. Selbst Unternehmen wie 1und1, die in der Vergangenheit nicht mit dem Servicegedanken geglänzt haben, versuchen ihr Glück in der Social Media Welt. Die Entwicklung kann sich sehen lassen!

Ich bin sicherlich kein großer „Guru“ wenn ich prognostiziere: „Wir sehen in 3-4 Jahren wohl jedes mittelständische und große Unternehmen (welches mit Endkunden zu tun hat) im Social Web (auch wenn es sich oft auf Facebook beschränkt) mit den Kunden kommunizieren“.

Social Media ist aber weit mehr als nur ein Service- und Kommunikationskanal. Auch wenn sich alle Unternehmen noch scheuen und Angst davor haben aktiv Produkte und Dienstleistungen zu verkaufen, so wird dies doch in den kommenden Jahren immer wichtiger werden. Wie so oft startet die Games-Branche mit dem Versuch Dienstleistungen im Social Web zu verticken. Einige der Player haben sich damit auch gleich eine goldene Nase verdient (Zynga und Co einen lieben Gruß). Selbst der langsame e-Commerce legt seine Lethargie ab und kommt so langsam in die Gänge – ja Gruppen-Liveshopping ist wieder sexy.

Hier meine Prognose die etwas „waghalsiger“ ist:

Social Media wird der Absatzkanal Nr.1 in den kommenden 5 Jahren. E-Mail Marketing war in der Vergangenheit schon ein hoher Umsatzbringer bei den Bestandskunden – aber Social Media verknüpft die Kommunikation und den Dialog mit Bestands- wie auch möglichen Neukunden. Viele Unternehmen werden über Facebook, Twitter, eigene Community und Xing mehr Umsatz machen als über alle anderen Kanäle…

Was meint ihr dazu?

PS: Wie schafft man es den eigenen Kanal auch zum Absatzkanal zu machen ohne die Reputation zu verlieren? Diese Frage werde ich in den kommenden Monaten mal näher beleuchten…

Unverschämte Art Traffic zu generieren im Social Web

Sehr gute Inhalte und eine sinnvolle Verbreitung über Social Media Dienste bringt meist einen ordentlichen Batzen an Traffic auf die eigene Webseite. Das immer mal wieder nach kleinen „Schlupflöchern“ gesucht wird ist nicht unbedingt neu, aber die Art ist doch sehr unverschämt.

Bei Xing kann man dank einer Funktion die letzten Besucher des Profiles anschauen. Besonders gut wenn man auch sieht von welcher Seite die Nutzer kommen. Z.B. auf der Firmenwebseite usw.

Dies machen sich inzwischen auch einige „böse Jungs“ zu nutze. Es werden vom Server auf der die Webseite läuft Hits auf die ganzen Profile durchgeführt. Die Landingpage welche damit im Profil erscheint ist im besten Falle nur mit Werbung (im idealen Fall TKP und Co) zugepflastert, es gibt auch Fälle in denen Spyware und Trojaner so verbreitet wurden. XING User schauen sich natürlich den Link genauer an, schließlich will man wissen wo sein eigenes Profil auftaucht…

Was dann passiert ist wohl jedem klar. Deshalb sollten man sich zukünftig überlegen ob man wirklich auf jeden Link klicken muss ;)

Interview mit Silke Schippmann zur Mitarbeiterführung

Silke Schippmann war über 4 Jahre lang im Community Management Team bei XING, davon 3 Jahre als Teamleiterin Community Management. Heute hat sie als Senior Manager Community in leitender Funktion bei Qype angefangen. Zusätzlich ist Sie 1. Vorsitzende des Bundesverbandes Community Management e.V. und leitet den Hamburger Stammtisch.

Hallo Silke, vielen Dank für deine Zeit. Du konntest sehr viel Erfahrung sammeln als Teamleiterin. Zu Beginn musstest du passende Kandidaten finden – auf welche Fähigkeiten hast du besonderen Wert gelegt?

Hi Mark!

Da es wenige erfahrene Leute auf dem Markt gibt, habe ich meistens darauf geschaut, welche Kommunikations-Fähigkeiten die Bewerber mitbringen und welche Aufgaben sie im Kundenkontakt erfüllt haben. Eine hervorragende schriftliche Ausdrucksweise, auch ein Feingefühl die Zielgruppe und Situation, ist unerlässlich. Die neuen Kollegen müssen belastbar sein, unter Druck noch sauber anbieten können.

Die selbstständige Arbeitsweise und ein gutes Allgemeinwissen runden das Qualifikationsprofil ab. Wenn ein internationaler Kontext gegeben ist, muss der Bewerber sicher auf Englisch kommunizieren können. Wenn der Bewerber dann auch noch Begeisterung für Webthemen, ein gewisses technisches und juristisches Grundverständnis mitbringt, ist er für mich ein idealer Kandidat.

Erste Moderationserfahrung durch die Betreuung privater Foren oder Führungserfahrung wäre noch ein Sahnehäubchen. Letzteres ist jetzt vielleicht ein wenig überraschend – aber fast jeder Community Manager muss Ehrenamtliche betreuen oder zumindest die eigene Community mit ihren „Sprachführern“ aktivieren.

Noten und Abschlüsse sind bei mir zweitrangig, ich stelle aber fest, dass sich ein Studium als hilfreich erweist bei der Strukturierung des eigenen Arbeitsfeldes, der Gestaltung der Community und erforderlichen komplexen Problemlösungen. Ich persönlich stelle zudem gerne Kollegen ein, welche sich auf dem zweiten Bildungsweg beweisen, sie bringen oft hilfreiche Lebenserfahrung mit.

Die nächsten Schritte war die Schulung und Übergabe von Aufgaben an die Personen. Ist es dir Anfangs schwer gefallen Aufgaben abzugeben?

Oh ja! Gerade weil mir das Arbeiten mit den Kunden und in den Foren so viel Freude bereitet hat. Ich habe es gerne, wenn ich durch brenzlige Situationen herausgefordert werde, und freue mich über unmittelbare Resonanz und ehrliches Kundenfeedback. Das musste ich nun weitgehend an mein Team abgeben.

Es ist zugegebenermaßen oft schwer, mich zurückzuhalten und die anderen machen zu lassen. Dabei stehe ich immer noch als Coach zur Verfügung, bin Ansprechpartner in allen Belangen und schärfe manchmal den Blick für weitere Lösungsansätze. Ich freue mich aber auch mit ihnen, wenn sie sich dieses gute Gefühl verdienen können oder ich sie gelegentlich vertreten kann in Urlaubsphasen.

Danach musstest du dich ja noch intensiver mit der Führung des Teams beschäftigten, dachtest du zu diesem Zeitpunkt dass du aufgrund der Betreuung der XING Community schon die nötigen Skills hast?

Glücklicherweise wurde ich bei XING gut geschult, auch in Führungsfragen. Letztlich lernt man ja vor allem durch Erfahrungen. Die Führung eines Community Management Teams ist eine große Herausforderung,

da es sich zum einen oft um eine sich rasant verändernde Arbeitsumgebung handelt,
man häufig „Stoßdämpfer“ ist für Dinge/Fehler/Unzufriedenheit, die anderswo produziert werden und
man wohl überall mit knappen Entwicklungsressourcen zu kämpfen hat und dadurch viel Selbstmarketing betreiben muss

Bei dem Aufbau internationaler und/oder virtueller Teams kommen weitere Herausforderungen hinzu, wie z.B. der Aufbau einer gut funktionierenden Kommunikation (inklusive einem guten interkulturellen Verständnis) und dem erforderlichen Wissensmanagement.

Welches waren die wichtigsten Erkenntnisse der ersten Wochen als Teamleiterin? Und welche Erfahrung hättest du lieber nicht gemacht?

Puh, ich bin da so langsam reingewachsen, da ich einen gewissen Erfahrungsvorsprung hatte bei mir im Team. 16 Jahre psychiatrische Fachpflege und ein passendes Studium (Internationales Informationsmanagement) waren sicher hilfreich für ein sicheres, authentisches Auftreten. Was die öffentliche Kommunikation betrifft, musste ich anfangs nach Kommunikationsfehlern auch schon mal einstecken. Leider lassen sich Fehler dieser Art oftmals nicht mehr korrigieren – was im Netz steht, lässt sich nicht unbedingt entfernen. Davor wollte ich mein späteres Team durch eine gute Einarbeitung unbedingt schützen.

Im Nachhinein muss ich sagen, ich hätte vielleicht früher neue Themen aufgreifen sollen, meinen Bereich stärker abgrenzen sollen – um eine Fehlentwicklung oder Themenabwanderung zu verhindern.
Es ist aus heutiger Sicht zudem erforderlich, eine eigene Community Strategie zu erarbeiten und diese auch zu verfolgen. Schließlich kann man sich in unserem Beruf kaum etwas von anderen abgucken.
Jedes Team braucht sein Ziel, jeder Mitarbeiter seine Erfolgsplanung. Nur so ist eine befriedigende Arbeitsteilung, auch der Erfolg der Abteilung gewährleistet. Zu leicht verzettelt man sich sonst in der Masse an Herausforderungen und arbeitet nach einer Weile nur noch reaktiv.

Wie hast du dich weitergebildet und wie schwer war es auch passende Ansprechpartner zu finden?

Durch meinen Arbeitgeber habe ich unter anderem eine Führungskräfte-Schulung erhalten. Der Austausch mit anderen Teamleitern im Unternehmen hat mir manches Mal weitergeholfen, denn letztlich unterscheidet sich das Thema Führung nicht so stark von Team zu Team. Außerdem hat es mir sehr geholfen, mich mit anderen Community Managern, schwerpunktmäßig natürlich über den Bundesverband für Community Management e.V., auszutauschen.

Last but not least – welche Empfehlung gibst du Personen die zum ersten Mal Personalverantwortung haben?

Der eigene Chef sollte nach Möglichkeit auch in der Lage sein, hilfreiches Feedback zu geben. Ist er zeitlich zu stark eingebunden, sollte man sich die Unterstützung und den Austausch anderweitig organisieren. Da es sowas bei uns bis dato nicht gab, habe ich einen monatlichen Teamleiter-Stammtisch (gemeinsamer Lunch-Termin) ins Leben gerufen.
Kollegen, denen man das vertrauliche Gespräch (!) auch über schwierige Führungssituationen anbietet, gehen oft auch darauf ein. Wichtig ist es vor allem, dass man Anfang klar seine Erwartungen kommuniziert – und die Erwartungen seiner Teammitglieder abfragt.

Für mich ist es wichtig, einmal in der Woche mit jedem Mitarbeiter ein 1:1 Gespräch zu haben, um zu schauen, wie er mit seinen Aufgaben voran kommt, ob er Fragen hat, etwas zur Zielerreichung braucht etc.. Denn neben dem Alltagsgeschäft sollte jeder Mitarbeiter auch spannende Projekte bearbeiten können, auf deren Erfolg er einen hohen Einfluss ausüben kann. Wir ergänzen das 1:1 übrigens durch eine eigene, mitgebrachte „Projektliste“, die sich schnell vorbereiten lässt und eine gute Grundlage bieten für den Austausch. Da steht dann drauf: Projektthema kurz (Stichwort), lang (Beschreibung), Priorität (A, B oder C) und „von bis wann“ dran gearbeitet wird.

Mitarbeiter mögen das am Anfang nicht und der Widerstand wird groß sein. Wenn sie aber den Sinn daran erkennen, werden sie sich schnell daran gewöhnen und für mich als Führungskraft gibt es keine bessere Art der Dokumentation. Es hilft viel zu sehen, was dem Mitarbeiter grade besonders wichtig erscheint und was weniger, welche Prios er erkennt und welche nicht (…). Auf die Kopie einer solchen Projektliste mache ich mir Notizen für den Folgetermin: Was vereinbare ich mit dem jeweiligen Mitarbeiter, was soll bis wann erledigt werden etc..

Rituale schaffen Bindung und Teamgefühl, davon kann man gar nicht genügend einführen. ;-) Dazu können zum Beispiel regelmäßige Teamabende gehören, oder bei virtuellen Teams regelmäßige Videokonferenzen, oder ein täglicher kurzer Chat.

Vielen Dank Silke für das tolle Interview. Falls du den Lesern noch was sagen möchtest hast du jetzt die Chance dazu.

Ich wünsche Frohe Ostern! Und viel Spaß mit dem eigenen Community Team!

Community Akademie bietet Seminare an

Einer der größten Missstände im Community Management ist die schlechte Fort- und Weiterbildungssituation. Wenigste der aktuellen Anbieter können ihre Schulungen wirklich praxisorientiert gestalten. Aus diesem Grund haben Daniel Langwasser und ich gemeinsam eine Community Akademie gegründet. Die Akademie soll die Anlaufstelle für Personen werden die sich gerne weiterbilden oder einen tieferen Einblick in die Berufsgattung möchten.

Bis dato haben wir beide nur Schulungen als Berater oder Dozent für einzelne Unternehmen durchgeführt. Unter anderem schule ich aktuell als Gastdozent die Volontäre der Hubert Burda Journalistenschule.

Unser Ziel war es einen Gesamtüberblick über Community Management zu geben: Nicht nur operativ sondern auch strategische Aufgabengebiete näher zu beleuchten und in einen praxisorientierten Kontext zu bringen. Deshalb freut mich die Zusammenarbeit mit Daniel Langwasser umso mehr – er gehört meiner Meinung zu den besten operativen CMs in Deutschland.

Pressemitteilung

Community Akademie bietet Seminare für Praktiker und Entscheider
Online-Communities sind aus dem Alltag vieler Millionen mittlerweile nicht mehr wegzudenken. Für das Management dieser virtuellen Treffpunkte etabliert sich mit dem Community Manager ein völlig neues Berufsbild, Nachwuchskräfte und Professionals werden für den Bereich Community Management händeringend gesucht.

Das Angebot an Fortbildungsmöglichkeiten im Bereich Community Management wird zunehmend breiter, leider steht dabei allzu oft ausschließlich die graue Theorie auf dem Lehrplan. Diese Lücke soll die neu gegründete Community Akademie jetzt schließen. Ziel ist es, ein interessantes und kurzweiliges Seminar-Angebot zur Verfügung zu stellen und den Teilnehmern handfeste und praxisorientierte Informationen zu vermitteln. Das Besondere: Alle Referenten verfügen nachweislich über mehrjährige Erfahrung als Community Manager und Trainer.

Gründer und Geschäftsführer der Träger-Organisation Community Akademie GbR sind Mark Ralea und Daniel Langwasser, die guten Gewissens als alte Hasen im Community Management Umfeld bezeichnet werden können.

„Die Idee der Akademie stammt nicht von uns, sondern von den unzähligen Personen, die uns immer wieder nach interessanten Fortbildungsmöglichkeiten fragen. Die Unternehmen dahinter suchen schon seit längerer Zeit qualifizierte Schulungen für ihre Community-Mitarbeiter, welche einen starken Bezug zur Praxis vermitteln“ meint Daniel Langwasser. Mark Ralea ergänzt dazu „Die Community Akademie soll langfristig die Anlaufstelle werden für Personen, die sich mit den Aufgaben innerhalb von Communities beschäftigen – sei es operativ oder strategisch.“

Die ersten Seminar-Termine stehen bereits fest. Den Auftakt bildet ein zweitägiges Seminar in Hamburg, welches vom 27. – 28.09.2010 stattfindet. Das Seminarprogramm gliedert sich dabei in die Module Start und Expert, so dass bei Bedarf und je nach Vorkenntnissen die Seminartage auch einzeln gebucht werden können. Das erste Seminar im Süden Deutschlands findet vom 05. – 06.10.2010 in München statt.

Weitere Informationen rund um das Angebot der Community Akademie finden Sie ab sofort unter: http://www.communityakademie.de

Gruppe verkaufen erlaubt?

Communities wechseln inzwischen überall auf der Welt im Stundentakt den Besitzer. Daran ist kaum noch etwas außergewöhnlich. In Deutschland bekommt man immer dann davon mit, wenn es durch die Medien geistert oder per Info-Mail die AGB-Änderungen bekannt gegeben werden. Oft genug bekommt der Nutzer aber gar nichts mit.

Eine Community welche im eigenen Besitz ist (auf dem eigenen Server) kann ohne weiteres verkauft werden. Wie sieht es aber eigentlich damit aus eine Gruppe, Fanpage oder Sonstiges in anderen Netzwerken zu verkaufen. Man erinnert sich z.B. an den „spektakulären“ Verkauf des Twitteraccounts von Robert Basic. Ist dies wirklich erlaubt? Denn das Profil ist ja nicht im eigenen Besitz, sondern man hat nur die Nutzungsrechte innerhalb des Netzwerkes. Kann ich die Nutzungsrechte einfach veräußern?

Jain! Aktuell ist das eine ziemliche Grauzone über die sich die wenigsten Community-Betreiber Gedanken gemacht haben. Dort ist in den AGBs und Nutzungsbedingungen keine Information darüber erhalten und somit kann man davon ausgehen, dass es aktuell noch mehr oder weniger geduldet wird. Auf meine Anfrage bei XING und Facebook wurde mir leider nicht geantwortet. Deshalb habe ich mir auch die Mühe gemacht mit einem Anwalt darüber zu sprechen.

Aktuell wäre die Rechtslage so, dass solange der Betreiber keinen Riegel vorschiebt man selbst auch das Nutzungsrecht verkaufen darf. Heißt ich kann Fanpages bei Facebook kaufen und verkaufen ohne mir Gedanken darüber machen zu müssen. Noch schöner wäre es bei XING: Ich darf keinen Fakeaccount erstellen, aber das Nutzungsrecht eines Profils könnte ich kaufen. Heißt ich kann über ein „Schlupfloch“ mehrere Accounts haben ohne gegen die Regeln zu verstoßen.

Langfristig müssen sich die Betreiber also überlegen ob sie es erlauben möchten oder nicht. Denn dies könnte eine weitere Monetarisierungsmöglichkeit auch für die Netzwerke selbst sein. Sie verdienen bei jeder Übertragung der Rechte auch ein paar Cent/Euro mit.

Es gibt aber auch Branchen die es generell verbieten. (falls ihr einen Anbieter kennt der Accountverkauf erlaubt – bitte kurz mitteilen) Und zwar die Gamesbranche versucht gezielt einen Riegel vorzuschieben und dagegen vorzugehen. Z.B. wird dort in den AGBs der Verkauf oder die Übertragung von Accounts verboten. Hier eine AGB Passage von einem Online-Spieleanbieter.
„Eine entgeltliche Übertragung von Accounts, Zugangsdaten, virtuellen Gegenständen, die in dem Spiel benutzt werden, eines zu Gunsten eines Nutzers bestehenden Guthabens für die Nutzung kostenpflichtiger Dienste (vgl. § 8) und ähnlichem an Dritte ist untersagt.“

Wir dürfen gespannt sein wie sich dies in näherer Zukunft entwickeln wird. Account oder Gruppenverkäufe könnten somit noch stärker zu einem Geschäftsmodell werden – Aufbau, Betrieb, Verkauf – aber nur solange die jeweiligen Betreiber mitspielen. Spätestens wenn die auf den Trichter gekommen sind, dass man damit a) Geld verdienen kann und b) die rechtliche Lage voll auf ihrer Seite ist, könnte sich dies schnell ändern.

Community Management Stammtisch in Berlin: Der Erste!

Schade wie schnell drei Stunden davonziehen. Aber fangen wir ganz vorne an. Vor einigen Monaten hatte mich Sebastian schon darauf angesprochen, endlich den Stammtisch auch in Berlin zu starten. Irgendwann kam dann auch bei mir der Punkt: Ja wir brauchen hier in Berlin endlich einen Stammtisch! Zwei Stunden nachdem ich es ausgesprochen hatte, war auch schon die XING Event Seite online und die ersten Anmeldungen trudelten ein.

Meine Erwartungen lagen bei etwa 10-15 Personen. Innerhalb einer Woche hatten sich allerdings über 40 Personen angemeldet. Zusätzlich wollten mehr als 20 Personen vielleicht vorbeischauen.

Eine Reservierung im Oberholz über 25 Personen habe ich aber leider für den Abend nicht erhalten. Somit musste ich hoffen, dass nicht alle vorbeikommen. Ich sollte mich trotz allem gehörig täuschen, was den Platzbedarf angeht.

20:20 Start der Vorstellungsrunde der Personen

20:45 Kurze Einführung in das Thema Community Management und Diskussion

21:15 Auflösung der festen Sitzordnung und übergehen in Gruppengespräche und Stehaktivitäten.

Fazit: Spannende Gespräche und viel neuer Input für mich persönlich, aber auch für die nächste Veranstaltung. In einem Monat gibt’s den nächsten Stammtisch, dann aber in einer etwas anderen Location. Wir brauchen nämlich definitiv Stehtische… bei 30 Personen ist halt ein typischer Stammtisch nicht mehr möglich.

PS: Ja, es war definitiv der größte CM Stammtisch in Deutschland. Berlin ist einfach toll!
PPS: Danke für die Bilder: Andreas Köster und Bianca Oertel

Mehr Bilder gibt es im Laufe des Tages auf dem BVCM Flickr Account. Warte aber noch auf die Einlogdaten ;)

Myspace zu Grabe tragen?

Die Grabrede ist geschrieben oder aufgenommen worden. Im Moment ist myspace ein dankbares Thema, denn über vermeintliche Verlierer zu lästern macht einfach zu viel Spaß. Besonders wenn man gegen Facebook den Kürzeren zieht. Dieses Video zeigt es wohl am deutlichsten.

Trotzdem sollte man es unterlassen myspace komplett abzuschreiben. Die Userzahlen sind zwar schon lange auf keinem Höhenflug mehr, aber mit der stärkeren Fokussierung auf bestimmte Gruppen könnte Myspace seine Position stärken und die jeweiligen Nischen besetzen. Wie es damals bei der Musikindustrie geschafft wurde.

Sobald myspace einige technische Änderungen vornimmt und gezielt seine zukünftige Ausrichtung definiert, kann daraus ein stärkeres und vor allen profitables Social Network werden. Die Frage ist nur: Wann und wer diese Einschnitte macht um myspace wieder auf den richtigen Kurs zu bringen? Und eines noch als Info: Steigt nicht gegen Facebook in den Ring, sondern macht euer eigenes Ding und versucht sinnvoll schwarze Zahlen zu schreiben…

Technische Tools fürs Community Management: Teil 1 Faker und Moderation

Diese Woche, voll mit Themen und Gesprächen über Community Management, hat mir eines deutlich gezeigt: Die meisten Communities und Social Media Dienste haben nur rudimentäre Tools für die Moderation der Nutzer. Besonders schade, denn einige „kleinere“ Entwicklungen könnten die Arbeit für den Community Manager deutlich vereinfachen. Deshalb hier einige Vorschläge was durchaus Sinn machen würde…

Faker/Doppelaccounts

IP-Adressen und Co

Ein sehr großes Problem ist hierbei der deutsche Datenschutz, der es nicht erlaubt, IP-Adressen mit dem User zu verbinden. Dies kann man bedingt ein wenig umgehen. Welche Möglichkeiten wären vorhanden?

  • Bei der Anmeldung muss eine Session ID + Bestätigungsmail an den Nutzer gehen. Hierbei muss eindeutig bestimmt werden können, über welche IP Adresse er sich beim Portal angemeldet hat. Diese Daten können recht schnell mit den anderen Nutzern, die sich an dem Tag angemeldet haben, verglichen werden. Denn meistens erstellen Faker 2-3 Accounts an einem Tag.
  • Während der eigentlichen Session, in der der User eingeloggt ist, kann gecheckt werden, ob es einen zweiten Nutzer mit der gleichen IP gibt.

Optimalerweise es gibt ein extra Bereich mit der Info, welche User während der Session und der Anmeldung die gleiche IP Adresse hatten. Sicher kommt es vor, dass einige aus dem gleichen Netzwerk (Firma, Familie usw.) sich anmelden/registrieren und entsprechend die gleiche IP haben. Aber oft erkennt man relativ schnell die Faker.

Faker-Mail-Adressen

Fast jeder Nutzer hat mehrere Emailadressen die er entsprechend nutzt. Trotzdem kann man je nach Netzwerk relativ schnell erkennen, ob eine Mailadresse auch ein Fake sein könnte. Bei XING ist die Emailadresse „hotchick@“ wohl eher selten anzutreffen. Heißt, man kann je nach Netzwerk nach kurzer Zeit bestimmen, ob eine Mailadresse zu einem echten Nutzer gehört oder als Fakeadresse genutzt wird. So etwas funktioniert aber nur bei Netzwerken, die auch auf Echtnamen zielen.

Textvergleich/Stil

Textvergleiche von den Nutzern – wer schreibt ähnliche Texte oder benutzt häufig bestimmte Wörter. Im Endeffekt habe ich diese technische Lösung noch nirgends in einer Community gesehen, aber sie macht Sinn. Wie funktioniert es?
Im Endeffekt liest ein Bot bzw. der Server die Texte aller Nutzer aus und erstellt dementsprechend ein Profil. Welche Wörter oder „Kreationen“ werden am Häufigsten genutzt. Danach werden die Nutzer gegenüber gestellt und die Info geht an den CM. Dieser kann dann herausfiltern, in wie weit die Wahrscheinlichkeit eines Doppellaccounts vorhanden ist. Vorteil dieser Methode ist, dass wenige Menschen unterschiedliche Schreibstile imitieren können. Jedenfalls im semiprofessionellen Bereich nicht.

Moderation und Trolle

Nach dem Aufbau der Community kommt der Moderation die größte Bedeutung zu. Heißt, je mehr Hilfen eingebaut werden, desto schneller und effektiver kann die Moderation von statten gehen.

Trustsystem für Nutzer

Mein Lieblingsthema auf allen möglichen Veranstaltungen. Bis dato gab es kaum einen Community Manager, der keine feuchten Augen bekommen hat, weil er genau so etwas haben möchte. Im Endeffekt ist dies eine bessere Skalierung der Nutzer in bestimmte Gruppen.
Kurz zu der Funktionsweise:
Das System ist eine Mischung aus menschlichen Bewertungen und technischen Informationen. Heißt, der Nutzer bekommt für viele Aktivitäten Punkte oder Minus-Punkte. Je nachdem wie er/sie sich anstellt. Jeder neue Nutzer startet mit einer negativen Punktezahl, da er Anfangs ja auch etwas stärker beobachtet werden muss. Einfach, um zu sehen, in welche Richtung seine Aktivität geht. Aufgrund der Größe seines Freundesnetzwerkes und eines vollständig ausgefüllten Profils (wichtigen Punkte) kann er diese negative Zahl etwas ausgleichen. Zusätzlich erhält er auch Trust von seinem Freundesnetzwerk – quasi wie beim Pagerank erhält er einen „Vertrauensbonus“ wenn er Freunde hat, welche schon positiv aufgefallen sind.
Die technischen Möglichkeiten hören im Endeffekt an diesem Punkt auch schon auf. Ab hier gibt es nur noch das checken der Beiträge durch Moderatoren und Admins. Diese schauen im Endeffekt die Beiträge der Personen mit negativem Punktestand und sehen in welche Richtung sich der User entwickelt, geben ihm entsprechend einen Vertrauensbonus oder entziehen im diese. Je höher das Vertrauen (Trust) ist, desto mehr oder schneller werden Prozesse bei ihm durchgeführt. Beispiel: Er erhält ohne Überprüfung eine eigene Gruppe (Xing) oder kann eine Fanpage starten (Facebook). Nutzer mit negativen Werten erhalten diese Möglichkeit nicht und müssen erstmal innerhalb der Community zeigen, dass sie Teil dieser sind. Gegebenenfalls muss hier mehr überprüft werden.
Das Ziel dieses Trustsystem ist, die Problemfälle und Beiträge von den anderen rauszufiltern, ohne wirklich alles lesen zu müssen. Dieses Trustsystem ist besonders bei sehr großen Communities eine Erleichterung der Arbeit – auch wenn es Anfangs ein gewisses Maß an Aufwand mit sich bringt.

Der unsichtbare Troll

Diese Funktion gibt es bei einigen Foren und CMS Systemen schon. Die Weisheit „Dont feed the troll“ wird hier genutzt, um einem Troll das Interesse zu entziehen. Der Troll kann sich im gesamten Forum aufhalten und Beiträge schreiben, diese werden auch für Ihn normal veröffentlicht. Die restliche Community sieht im Endeffekt diese Beiträge aber nicht mehr. Oft genug durfte ich schon die Zeilen eines Trolls lesen „Wieso antwortet mir keiner…“. Spätestens dann ist der Plan aufgegangen. Diese Funktion sollte auf jeden Fall jede Community haben.

Hoffe der erste Teil der technischen Möglichkeiten fürs Community Management war interessant. Habt ihr noch für Faker und Trolle technische Ideen, dann schreibt einfach in die Kommentare. In den kommenden Tagen wird es dann mit Community Building und Asymmetrischem Community Management weiter gehen. Über Feedback freue ich mich natürlich!

Videocast 3: Asymmetrisches Community Management

Im Laufe der Fertigstellung meiner Schulungsunterlagen für diese Woche, bin ich mal wieder auf meinen alten Artikel über asymmetrisches Community Management gestolpert. Grund genug dazu ein paar Worte zu verlieren.