Bundesverband Community Management e.V. arbeitet an Zertifizierungssystem

Zertifizierung von Seminaranbietern soll Qualität der Schulungen sicherstellen

Frankfurt, den 21.04.2009. Der Bundesverband Community Management e.V. (BVCM e.V.) bezieht Stellung zu dem aktuell stetig wachsenden Angebot an Ausbildungen und Schulungen für die Berufsgruppe Community Manager. In den vergangenen Wochen und Monaten haben verschiedene Agenturen und Schulungsanbieter das weite Berufsfeld des Community Managements für sich entdeckt. Doch sind viele der Anbieter mit Vorsicht zu genießen.

Der BVCM e.V. hat den Arbeitskreis 1 „Beruf & Qualifizierung“ eingerichtet, um mittelfristig eine Zertifizierung für die Ausbildung von Community Managern vorzunehmen. Wie sich durch die Arbeit des Arbeitskreises herausstellte, müssen zunächst einmal Bestimmungen und Voraussetzungen erarbeitet werden, um Schulungsanbieter/Trainer zu zertifizieren. Gemeinsam mit erfahrenen Community Managern sollten Anbieter solcher Seminare und Schulungen ein sinnvolles System entwickeln, welches jedem Schulungsteilnehmer eine qualifizierte Weiterbildung ermöglicht.

„Unser Ziel ist es, diesen Beruf zu professionalisieren. Dementsprechend sollten die Schulungsangebote unbedingt abgestimmt werden auf die Gegebenheiten und Erfahrungen der Praxis. Als Leiter des AK1 sehe ich es als meine Aufgabe, gemeinsam mit den Anbietern, vor allem aber besonders mit erfahrenen Community Managern, ein Zertifizierungssystem zur Weiterbildung zu generieren, welches den Teilnehmern eine größtmögliche Transparenz und Wissen vermittelt.“ sagt Mark Ralea, Vorstand des BVCM e.V..

Silke Schippmann, 2. Vorsitzende des BVCM e.V. und Teamleiterin Community Management bei der XING AG, beschreibt die Situation wie folgt: „Wir können es als Berufsverband nicht hinnehmen, dass Schulungsunternehmen den angehenden Community Managern und Arbeitgebern überteuerte Kurse anbieten, ohne selbst das nötige Grundlagenund Praxiswissen zu besitzen. Besonders negativ ist uns das Angebot eines Seminaranbieters aufgefallen, welcher mehrere tausend Euro pro Teilnehmer verlangt, obwohl der
durchführende Trainer vor Ort selbst über keinerlei Erfahrungen im Bereich Community Management verfügt.

Der Beruf des Community Managers ist zukunftsträchtig. Gerade deshalb müssen heute die Weichen für eine solide Ausbildung gestellt werden.“

Weitere Informationen auf BVCM.org

BVCM Mitgliederversammlung in Hamburg

Auch ich finde endlich Zeit kurz ein paar Zeilen zur außerordentlichen Versammlung des Bundesverbands Community Management e.V. zu finden. Insgesamt waren über 16 Leute anwesend von denen 6 neue Mitglieder geworden sind. Somit ist unsere Mitgliederanzahl deutlich gestiegen und wenn es so weiter geht werden wir bald auch die hundert sprengen. (es dauert noch ein wenig ;))

Organisiert wurde die Versammlung von der Hamburger Fraktion allen voran unserer 2. Vorsitzenden Silke Schippmann. Insgesamt kann nur ein großes Lob ausgesprochen werden, an die komplette Organisation, denn die Location wie auch die zeitliche Abfolge war sehr gut geplant.

Kommen wir zu den formellen Punkten, welche die Satzung betreffen. Dank aller Anwesenden konnte die Satzung welche wir schon in Berlin verabschiedet haben bestätigt werden, schließlich konnten wir in der vergangen Zeit keine genauere Definition zum Thema Community Management erschließen. Darauf wird sich aber der AK1 zukünftig verstärkt stürzen

Die Vorträge waren sehr gut ausgewählt und mündeten in eine Diskussion und echten Erfahrungsaustausch welcher hoffentlich für alle Beteiligten interessante Aspekte veranschaulichte. Ich konnte doch einige neue Ansichten mitnehmen und fand die meisten Beiträge der Beteiligten sehr gut. An den Gesprächen konnte man erkennen, dass sich hier Personen gefunden haben die Wissen von was sie da sprechen. Ich hasse das Wort „Experten“ aber in diesem Zusammenhang darf es fallen.

Trotzdem gibt es auch einige negative Entwicklungen im Fall des Community Management und diese beschäftigen mich sehr stark. Zum einen meinen einige Akademien, Schulungsanbieter und Freelancer spezielle Schulungen für Community Manager anzubieten, obwohl diese nicht mal einen Tag Praxiserfahrung im Community Management haben. Selbst nach über 4 Jahren Erfahrung werde ich mich stark hüten eine allgemeine Schulung anzubieten, denn eine Schulung kann nur speziell auf das jeweilige Unternehmen, Verantwortungsbereiche und den eigentlichen Dienst durchgeführt werden. Klar gibt es einige handwerkliche Kniffe, welche aber man nicht einfach aus Büchern lernt, sondern nur durch jahrelange Praxis. Neben diesem starken Manko müssen wir auch zukünftig stärker daran arbeiten die Community Manager über interessante Urteile der deutschen Rechtssprechung zu unterrichten. Da haben wir definitiv Nachholbedarf.

Zusätzlich dazu muss ich mir selbst ein wenig an die Nase fassen, denn durch die Verwaltung des BVCM blieb mir kaum Zeit mich um den AK1 zu kümmern. Dies wird sich stark ändern, da wir die letzten Hürden mit der Bestätigung der Satzung genommen haben. Fehlt nur noch die Gemeinnützigkeit….

Ein wenig Selbstreflexion sollte erlaubt sein: Der BVCM e.V. muss und wird auch in den kommenden Wochen und Monaten stärker Position für Community Manager und das Community Management ergreifen. Wir müssen Gas geben und werden regelmäßig die Mitglieder über die Themen „Recht“ & „Ausbildung“ etc. informieren. Aber mehr dazu wohl in dieser Woche auf dem BVCM Blog.

Auf der Suche nach dem Community Manager

Immer mehr Unternehmen suchen nach einem Community Manager für das eigene Netzwerk oder für die Arbeit in unterschiedlichen Netzwerken um die eigene Marke zu stärken (siehe asymmetrisches Community Management). Diese Suche gestaltet sich für die meisten Unternehmen schwerer als erwartet, denn die Erwartungen und die Realität klaffen doch stark auseinander.

Meist wird nach einem erfahrenen Community Manager gesucht welche neben Deutsch auch sehr gute Englisch-Kenntnisse verfügt. Optimalerweise hat er schon eine eigene Community betrieben (was bei Erfahrung ja grundsätzlich Voraussetzung ist). Eine abgeschlossene Ausbildung oder Studium ist grundsätzlich Pflicht, auch wenn dies nicht wirklich auf die Arbeit vorbereitet. Organisationstalent und hohe Internetaffinität sind ein Muss.

Die Aufgaben sind dabei aber unterschiedlichster Natur

  • Strategische Planung der Community
  • Qualitätssicherung
  • Entwicklung und Umsetzung der Kommunikationsstrategie
  • User Support
  • Marktforschung
  • Budgetplanung
  • Forenmoderation
  • Bekanntheit erhöhen
  • Etc.

Die Aufgaben und die Voraussetzungen können etwas variieren, je nachdem für welches Unternehmen gesucht wird. Kommen wir aber zu den entscheidenden Punkten in denen die Realität sich etwas von den Wunschvorstellungen unterscheidet.

Erfahrung

Es gibt kaum Personen im Bereich des Community Managements die über mehrjährige Erfahrung verfügen. Meist kann man glücklich sein, wenn sich jemand bewirbt der mehr als ein Jahr in der Position tätig war. Falls sich doch jemand findet, kann man sich als Personaler freuen und sollte diesen auf jeden Fall einladen. Dies sollte aber auch nur durchgeführt werden wenn das Thema Gehalt intern richtig geklärt ist.

Gehalt

Da scheiden sind derzeit die Geister – denn der Gehaltsspiegel bei Community Managern reicht von 25.000 bis 80.000 € im Jahr. Vielen ist nicht genau bewusst was für ein Arbeitspensum und Verantwortung dahinter liegt – an einem Community Manager sollten sich die anderen Position aus dem Marketing oder Service nicht messen. Heißt ein wirklich guter und erfahrener Community Manager kostet auch richtig Geld (ab 60.000€ aufwärts!!!). Schließlich verdienen Produkt und Marketing Manager mit entsprechender Erfahrung genauso viel.

Verantwortung

Es kommt ein wenig auf das Produkt und die Firma an für die der Community Manager arbeitet. Aber wenn eine eigene Community vorhanden ist, sollte der Community Manager als Leiter dieser eingesetzt werden. Heißt er hat hierbei nicht nur die Verantwortung über die Community selbst, sondern über die Monetarisierung, das Marketing intern wie extern welches dafür betrieben wird usw. Ein erfahrener Community Manager kennt sich mit der strategischen Planung und Entwicklung aus. Heißt er kann auch einschätzen wie die jeweiligen Aktivitäten ankommen.

Community Manager = General Manager der eigenen Community!

Nur unter diesem Aspekt können auch wirklich Höchstleistungen erreicht werden. Viele Unternehmen machen den Fehler, dass der Community Manager den Produktmanager und Marketing Manager zuarbeiten sollte – genau umgekehrt muss es sein, wenn das Produkt eine Community ist!

Wie finden Sie jetzt den passenden Community Manager?

Wenn das Unternehmen eine erfahrene Person sucht, dann sollte vermieden werden dies über die normalen Jobportale zu machen. Lassen Sie die Personaler lieber nach Kandidaten über XING und Co suchen (welche auch genügend Erfahrung besitzen) und diese direkt ansprechen. Sie werden dann auf jeden Fall den passenden Kandidaten finden.

Junior“-Stellen können Sie direkt ausschreiben. Stecken Sie die Anforderungen aber nicht so hoch, denn je höher die Anforderungen desto unwahrscheinlicher finden Sie die passende Position. Höherer Bildungsgrad bedeutet nicht das die Motivation für diesen „24/7“ Job vorhanden ist.

Externes Community Management und einige Mythen

Als Dienstleister für Community Management und Online Marketing werde ich auch oft gefragt, ob es überhaupt Sinn macht das Community Management extern durchführen zu lassen, schließlich ist die eigene Gemeinschaft doch das Kapital eines jeden Betreibers. Auf diese Frage kann ich mit ruhigem Gewissen immer mit: Jein antworten.

Einen Community Manager einzustellen ist besonders in der heutigen Zeit sehr schwierig. Es gibt kaum Community Manager die über wirkliche Erfahrung verfügen und dies schon in einem anderen Unternehmen zeigen konnte. Deshalb kommen die meisten Bewerbungen von Personen die zwar schon ein wenig Forenmoderation betrieben haben und aus dem IT Umfeld kommen. Aber ein unerfahrener Community Manager kann gravierende Fehler machen, welche schlussendlich auch an der Reputation des Unternehmens kratzen. Hier lohnt sich meist am Anfang auf einen Externen zurückzugreifen, welcher den Weg vorbereitet für eine Festanstellung z.B. mit Schulungen, der Beratung oder der eigentlichen Tätigkeit.

Wieso? Zu aller erst muss nämlich einigen Unternehmen aber auch Marketingabteilungen der Zahn gezogen werden was Community Management überhabt ist. In den vergangen Jahren konnte ich hierbei einige Mythen zerstören:

Community Management kann:

  • in anderen Foren wildern und faken um somit ein Produkt zu bewerben. Es gibt genügend Unternehmen die feststellen mussten, dass so etwas in die Hose gehen kann. Danach ist die komplette Reputation im Arsch.
  • die Fehler aus dem Produktmanagement und der Kommunikationspolitik abglätten. Zwar muss sich das Community Management dann mit verärgerten Usern/Käufern rumärgern, aber eigentlich sollte das nicht Sinn und Zweck sein. Wenn Community Management betrieben wird, dann sollten die anderen Abteilung auch eine hohe Transparenz in Richtung der Community an den Tag legen.
  • Günstig sein. Gute Arbeit ist niemals günstig, denn neben Geld muss auch Zeit und Verantwortung an die Person übergeben werden. Heißt man muss sich sehr viel Zeit dafür nehmen und auch Verantwortungen hierzu an.
  • ohne passende Ausbildung durchgeführt werden. Sicher es gibt keine Ausbildung zum Community Manager, trotzdem müssen Personen sich zu erst mit dem Thema genauer beschäftigen. Denn nur weil man Moderator war oder in verschiedenen Netzwerken User ist, weiß man noch lange nicht was Community Management ausmacht.
  • kaum Zeit bedarf. Community Management betreibt man meist aus Passion, dementsprechend gibt es auch genügend CMs die noch Abends/Nachts und am Wochenende ihrer Arbeit nachgehen. Glauben Sie nicht das Community Manager nichts zu tun haben.
  • Und zu guter Schluss: Die eierlegende Wollmilchsau. Meist sind Community Manager sehr versiert und kennen sich auch mit Web 2.0 Diensten und Online Marketing aus. Trotzdem sollte man den CM lieber seinen Fokus auf die Community richten lassen. Dafür ist er schlussendlich da und wird dort am erfolgreichsten sein.

Falls ihr Unternehmen überlegt einen Community Manager anzustellen, lassen Sie sich vorab von jemanden beraten der über genügend Erfahrung verfügt. Entweder einen externen Berater oder sogar vom Bundesverband Community Management e.V. Diese können Sie unterstützen und helfen a) ein passendes Umfeld für diese Position zu schaffen und b) einen passenden Kandidaten zu finden.

PS: Nach schreiben des Beitrags ist mir aufgefallen, dass dies ein wenig wie Werbung für meine Dienste rüberkommen kann. Deshalb beachten Sie die Schleichwerbung nicht, sondern sehen Sie das Empfehlung.

Der Community Manager Heute: Der Visionär

Gleich vorweg, es geht nicht um religiöse Visionen oder optische Sinnestäuschung welche auch unter die Kategorie Vision fällt. In diesem Fall geht es um die strategische Vision welche jeder Community Manager von seiner Arbeit und seiner Community haben sollte.

Neben den technischen und auch sozialen Komponenten ohne die ein Community Manager kaum seine Arbeit leisten kann muss er sich auch um die Weiterentwicklung des Geschäfts (Community) kümmern. Darunter fällt neben der anfänglichen Analyse von User und Wettbewerbern auch die Anbahnung zukünftiger Geschäfte. Auch das verfassen von Geschäftsentwürfen, konkreter Geschäftsmodelle und Monetarisierungsmodelle gehört hier zu dem möglichen Spektrum welches er umfassen sollte.

Im Arbeitsalltag ist der Bereich aber keine punktuelle Maßnahme sondern vielmehr ein kontinuierlicher Prozess, welcher einem ermöglichen soll langfristig die eigene Community weiterzuentwickeln. Dabei sollte der Community Manager nicht auf Standardverfahren setzen, sondern sollte einige Eigenschaften mitbringen: Kreativität und die Bereitschaft bestehende Denkmuster in Frage zu stellen.

Wichtig für den Visionär ist auch wirklich Ziele zu haben und diese auch zu definieren, selbst wenn diese unerreichbar weit erscheinen.

Um es in einem Zitat von John Naisbitt abzuschließen:
Eine strategische Vision ist ein klares Bild von dem, was man erreichen will.

Was verdient ein Community Manager?

Der Gedanken nach dem Gehalt macht sich wohl jeder Angestellte. Die meisten orientieren sich deshalb an einem Gehaltsspiegel welcher für viele Berufsgruppen vorhanden ist. Für Community Manager leider oder zum Glück noch nicht.

An was können angehende Community Manager ihre Gehaltsforderungen fest machen? Wo fängt ein faires Gehalt an und wie kann dieses auch begründet werden?

In den letzten Wochen und Monaten konnte ich mit unterschiedlichen Community Managern sprechen über ihren Arbeitsalltag aber auch über das Thema Gehalt. Eines wurde ganz offensichtlich es klafft eine große Lücke zwischen den Gehältern. Zwischen 21.000,- und 60.000,- jährlich ist fast alles vertreten. Dabei sind oft Unterschiede bei der Qualität der Arbeit nicht zu erkennen.

Was ist ein fairer Verdienst? Der Frage wird sich der Bundesverband Community Management in den nächsten Monaten annehmen und sicher einen interessanten Mittelwert ermitteln. Solange würde ich als Antwort geben: Weit unter 35.000 pro Jahr sollte es nicht liegen, da man als Community Manager meist kein normales Wochenende kennt. Schließlich steht die Community am Wochenende nicht still. Außerdem betreut er tausende Nutzer und ist am Unternehmenserfolg beteiligt. Bei Unternehmen die im Web 2.0 Umfeld ihren Tätigkeitsbereich haben ist der Community Manager sogar noch wichtiger und entscheidend für die Unternehmensentwicklung. Nach oben ist aus diesem Grund auch das Gehalt vollkommen offen.

Wo ist der Community Manager angesiedelt?

Die englischsprachige Seite OpenLogic philosophiert darüber nach in welcher Abteilung der Community Manager zu Hause ist. Zur Auswahl steht neben dem Support auch die Marketingabteilung. Sales und Co werden von vornherein abgeschrieben, da alleine die Zielsetzung komplett anders ist. Als Fazit kommt der doch relativ kurze Artikel auf die Antwort, dass Community Manager in der Support Abteilung heimisch ist, da die Kommunikation des Marketings meist nur in eine Richtung durchgeführt wird.

Ich sehe dies ein wenig differenzierter. Auch die Marketingabteilung ist angewiesen auf den Dialog mit den Kunden wie aber auch der Nutzung von Communities für verschiedene Aktivitäten. Diese Arbeit sollte keinesfalls von einem normalen Marketingmitarbeiter durchgeführt werden, da er kaum wissen kann wie optimal mit Communities kommuniziert wird.

In vielen Unternehmen ist der Community Manager aktuell noch in der Supportabteilung angesiedelt, was durchaus verständlich ist. Support spricht mit dem Kunden – aber und das ist wichtig nur auf Anfrage des Kunden hin.

Die Erstaktivität der Abteilungen bildlich dargestellt:

Wie im Bild zu erkennen ist agiert das Marketing, während der Support auf den Kunden reagiert.
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Der Community Manager hat aber beide Funktionen und nutzt beide Instrumente für seine tägliche Arbeit. Heißt er agiert aber reagiert im Bezug auf den Kunden und die Produkte. Somit kann er rein formell in einer der beiden Abteilungen positioniert sein, aber und das ist entscheidend, er ist aktiv in beiden Bereichen. Community Manager sind im Endeffekt „Zwitter“ was Abteilungen angeht. Das sollte auch beim Aufbau der Position bedacht werden, denn ohne die nötige Unterstützung der beiden Bereiche kann keine gute Arbeit geleistet werden.

PS: Das gilt auch für das Budget. In eigenen Unternehmen muss dem Bereich Community Management ein Budget zur Verfügung gestellt werden (welches natürlich in Absprach mit den beiden Abteilungen genutzt wird).

Asymmetrisches Community Management

Ich beschäftige mich neben dem Community Management auch mit dem Thema Social Media Optimization welches in Deutschland in den Kinderschuhen steckt. Die Synergie der beiden Bereiche kann als “asymmetrisches Community Management” bezeichnet werden.

Kurz zur Erklärung was SMO ist und welche Verbindung mit Community Management besteht. Social Media Optimization ist zum einen die technische Bereitstellung von Hilfen (Schaltflächen) zur leichteren Aufnahme in Social Media Dienste. Aber dies ist nur ein ganz kleiner Bereich. Wesentlich wichtiger ist hierbei die Aktivität auf anderen Netzwerken und Communities um darüber verschiedene Ergebnisse zu erreichen:

  • Produkt erhalten bessere Bewertungen
  • Inhalte werden besser bewertet und werden somit öfter geklickt (mehr Traffic)
  • Markenbekanntheit wird erhöht
  • Dialog mit den Kunden und Usern

Wie sieht klassisches (wenn davon die Rede sein kann) Community Management aus?

klassisches Community Management

Heißt das Community Management betreut die User auf der eigenen Community. Versucht hierbei die Aktivität zu erhöhen und über die vorhandenen Mitglieder zusätzliche User zu gewinnen. Entscheidend ist Inhalt und Aktivität. Das Produkt ist dabei die Community (oder Produktcommunity) selbst.

Wie sieht aber asymmetrisches Community Management aus?

asymmetrisches Community Management

Die Unterschiede liegen eigentlich auf der Hand. Das Community Management findet dort statt wo die Zielgruppe und die User zu finden sind, ob dies XING, Twitter, Myspace oder Youtube ist. Dort wird versucht ein Netzwerk und ein Dialog mit den Usern aufzubauen unabhängig von einer möglichen eigenen Community (das klassische Modell kann zur Mitgliedergewinnung auch passend erweitert werden). Im Endeffekt wird Community Management für ein Produkt/Dienstleistung gemacht welche an verschiedenen Orten diskutiert wird.

Praktisches Beispiel: Nehmen wir an das Unternehmen BMW will zukünftig wesentlich aktiver beim Dialog im Internet mit seinen Kunden sein. Jetzt sollte ein Community Manager eingestellt werden welcher einfach nur asymmetrisches Community Management betreibt. Das Produkt „Auto“ von BMW wird von Käufern, Nutzern und potentiellen Kunden in zig Communities und Portalen diskutiert. Der Community Manager sollte genau dort präsent sein (wichtig: er sollte sich auch als offizieller Mitarbeiter ausgeben. FAKES kommen irgendwann immer raus!) um ein Netzwerk an User in den unterschiedlichsten Communities aufbauen, mit Inhalten zum Thema informieren und Hilfestellungen geben.

Die Unternehmen die genau diesen Schritt gehen werden, werden relativ schnell feststellen, dass die Kundenzufriedenheit aber auch der Dialog um die Produkte im Netz stark erhöht wird.

Gibt es schon asymmetrischem Community Management?

An sich nutzen einige Community Manager schon aktiv die Chancen und Möglichkeiten der Ansprache in anderen Communities. Der Beginn ist also gemacht. Soweit ich weiß gibt es „noch“ keinen Community Manager der keine eigene Community betreut, sondern nur in anderen Communities Netzwerke aufbaut. Dies wird sich aber in den kommenden Jahren sicherlich ändern.

Wie kommt man auf das Wort ASYMMETRISCH?
Ich beschäftige mich schon sehr lange mit der Verbindung zwischen den beiden Themen und hatte deshalb auch ein Gespräch mit Tom Noeding. Er schlug sofort das Wort asymmetrisch vor, da die Aktivitäten gezielt dort durchgeführt werden wo die User zu finden sind.

Gründung eines Bundesverbandes Community Management

Endlich ist es soweit das sich etwas an der Community Management Front tut. Tom Noeding (Xing Link) seines Zeichens einer der deutschen Experten auf dem Gebiet des Community Managements hat sich zur Aufgabe gestellt einen Bundesverband Community Management (kurz BVCM) zu gründen.

Hört sich nicht so spektakulär an als es ist – denn bis dato gibt es für angehende Community Manager oder für praktizierende Manager noch keine Anlaufstelle oder Ansprechpartner um sich z.B. weiterzubilden. Das könnte mit dem BVCM endlich der Vergangenheit angehören.

Community Manager sollten sich deshalb einfach in der gleichnamigen XING Gruppe (www.xing.com/net/bvcm) anmelden.

PS: Werde natürlich auch aktiv in der Gruppe sein und versuchen Tom etwas unter die Arme zu greifen (wenn das überhaupt möglich ist). Jedenfalls beide Daumen hoch!

Weiterer Bericht über die Gründung: Community-Management Blog

Community Manager heute: Der Moderator

Die Moderation ist eine Lenkung und Steuerung von Diskussionen oder sonstigen Gesprächen. Selbst im normalen Leben funktionieren bestimmte Diskussionen nicht ohne einen Moderator der die Personen ein wenig in die richtige Richtung lenkt.

Im Internet ist dieser Teil der Arbeit bei einer Community eine der Wichtigsten und gehört sicher zu den Tagesaufgaben die am meisten Zeit verschlingt. Zwar sollte ein Community Manager langfristig ein Team von Moderatoren aufbauen, trotzdem wird er einige Teile weiterhin übernehmen müssen.

Seine Aufgabe ist es zwar nicht Fragen zu beantworten oder aktiv an der Diskussion teilzunehmen (auch wenn dies die Diskussion wesentlich erleichtert, denn die User sehen, dass der Moderator diesem Thread folgt und einschreiten würde) sondern nur der Eingriff falls es erforderlich ist. Meist wenn User sich gegenseitig beleidigen, Regeln der Community missachten und brechen oder wenn unpassende Beiträge zum Thread kommen.

Welche Aufgaben übernimmt der Moderator?

Im Endeffekt überwacht und kontrolliert er viele (wenn nicht sogar alleine Beiträge) die von Usern veröffentlicht werden. Sicher kann er bei größeren Communities nicht alle lesen, dafür gibt es dann meist ein Team von Moderatoren die ihm dabei helfen. Er muss dann entscheiden in wie weit die Beiträge passend sind oder gegen die Regeln verstoßen. Je nachdem muss er dann auch Entscheidungen treffen ob der Beitrag gelöscht, verschoben oder sogar im schlimmsten Fall der User gesperrt wird.

Ein Missverständnis ist das ein Moderator selbst aktiv Beiträge schreibt und versucht Leute für die Aktivitäten zu begeistern. Das ist aber nicht seine eigentliche Aufgabe.

Was muss ein Community Manager mitbringen?

Er muss ein gewisses Maß an Fingerspitzengefühl und eine ruhige Art mitbringen um Probleme zwischen Usern zu lösen. Denn immer wenn etwas gelöscht wird, ist die Frage nach dem Sinn zu beantworten (User wollen wissen wieso etwas von ihnen gelöscht wird). Das kann schon sehr lange dauern, denn vielen Usern ist dermaßen langweilig, dass sie eine Diskussion darüber anfangen. Nebenbei sollte die Person auch gerne viel lesen, denn dazu wird es zwangsläufig kommen…