Gruppe verkaufen erlaubt?

Communities wechseln inzwischen überall auf der Welt im Stundentakt den Besitzer. Daran ist kaum noch etwas außergewöhnlich. In Deutschland bekommt man immer dann davon mit, wenn es durch die Medien geistert oder per Info-Mail die AGB-Änderungen bekannt gegeben werden. Oft genug bekommt der Nutzer aber gar nichts mit.

Eine Community welche im eigenen Besitz ist (auf dem eigenen Server) kann ohne weiteres verkauft werden. Wie sieht es aber eigentlich damit aus eine Gruppe, Fanpage oder Sonstiges in anderen Netzwerken zu verkaufen. Man erinnert sich z.B. an den „spektakulären“ Verkauf des Twitteraccounts von Robert Basic. Ist dies wirklich erlaubt? Denn das Profil ist ja nicht im eigenen Besitz, sondern man hat nur die Nutzungsrechte innerhalb des Netzwerkes. Kann ich die Nutzungsrechte einfach veräußern?

Jain! Aktuell ist das eine ziemliche Grauzone über die sich die wenigsten Community-Betreiber Gedanken gemacht haben. Dort ist in den AGBs und Nutzungsbedingungen keine Information darüber erhalten und somit kann man davon ausgehen, dass es aktuell noch mehr oder weniger geduldet wird. Auf meine Anfrage bei XING und Facebook wurde mir leider nicht geantwortet. Deshalb habe ich mir auch die Mühe gemacht mit einem Anwalt darüber zu sprechen.

Aktuell wäre die Rechtslage so, dass solange der Betreiber keinen Riegel vorschiebt man selbst auch das Nutzungsrecht verkaufen darf. Heißt ich kann Fanpages bei Facebook kaufen und verkaufen ohne mir Gedanken darüber machen zu müssen. Noch schöner wäre es bei XING: Ich darf keinen Fakeaccount erstellen, aber das Nutzungsrecht eines Profils könnte ich kaufen. Heißt ich kann über ein „Schlupfloch“ mehrere Accounts haben ohne gegen die Regeln zu verstoßen.

Langfristig müssen sich die Betreiber also überlegen ob sie es erlauben möchten oder nicht. Denn dies könnte eine weitere Monetarisierungsmöglichkeit auch für die Netzwerke selbst sein. Sie verdienen bei jeder Übertragung der Rechte auch ein paar Cent/Euro mit.

Es gibt aber auch Branchen die es generell verbieten. (falls ihr einen Anbieter kennt der Accountverkauf erlaubt – bitte kurz mitteilen) Und zwar die Gamesbranche versucht gezielt einen Riegel vorzuschieben und dagegen vorzugehen. Z.B. wird dort in den AGBs der Verkauf oder die Übertragung von Accounts verboten. Hier eine AGB Passage von einem Online-Spieleanbieter.
„Eine entgeltliche Übertragung von Accounts, Zugangsdaten, virtuellen Gegenständen, die in dem Spiel benutzt werden, eines zu Gunsten eines Nutzers bestehenden Guthabens für die Nutzung kostenpflichtiger Dienste (vgl. § 8) und ähnlichem an Dritte ist untersagt.“

Wir dürfen gespannt sein wie sich dies in näherer Zukunft entwickeln wird. Account oder Gruppenverkäufe könnten somit noch stärker zu einem Geschäftsmodell werden – Aufbau, Betrieb, Verkauf – aber nur solange die jeweiligen Betreiber mitspielen. Spätestens wenn die auf den Trichter gekommen sind, dass man damit a) Geld verdienen kann und b) die rechtliche Lage voll auf ihrer Seite ist, könnte sich dies schnell ändern.

DRadio Wissen ich komme…

Twitter und Facebook Follower haben es schon mitbekommen, aber ich möchte es den Bloglesern nicht vorenthalten. Ich werde am Samstag um 11:05 in der Show Zeit Online beim Sender DRadio Wissen zu Gast sein.

Ich freue mich besonders darüber da ich schon immer ein Hörer des DRadios war und das auch als meinen Onlinesender eingestellt habe. Jedenfalls solange ich keine Musik hören möchte. Der DeutschlandFunk und die Diskussionen über aktuelle Themen haben mich auch schon einige Stunden auf der Autobahn begleitet….

Thematisch wird es um Communities geben. Heißt wie sind die Interessen der Betreiber und was verfolgen diese mit der Errichtung von Communities. Welche Problematiken stellen sich bei der Realisierung und welche Qualifikationen müssen Nutzer mitbringen um mit Communities umzugehen.

Wer zufällig wach ist sollte direkt reinhören – alle anderen erhalten die Info zum Stream sobald dieser online ist.

Link zum DRadio Wissen

Community Management Stammtisch in Berlin: Der Erste!

Schade wie schnell drei Stunden davonziehen. Aber fangen wir ganz vorne an. Vor einigen Monaten hatte mich Sebastian schon darauf angesprochen, endlich den Stammtisch auch in Berlin zu starten. Irgendwann kam dann auch bei mir der Punkt: Ja wir brauchen hier in Berlin endlich einen Stammtisch! Zwei Stunden nachdem ich es ausgesprochen hatte, war auch schon die XING Event Seite online und die ersten Anmeldungen trudelten ein.

Meine Erwartungen lagen bei etwa 10-15 Personen. Innerhalb einer Woche hatten sich allerdings über 40 Personen angemeldet. Zusätzlich wollten mehr als 20 Personen vielleicht vorbeischauen.

Eine Reservierung im Oberholz über 25 Personen habe ich aber leider für den Abend nicht erhalten. Somit musste ich hoffen, dass nicht alle vorbeikommen. Ich sollte mich trotz allem gehörig täuschen, was den Platzbedarf angeht.

20:20 Start der Vorstellungsrunde der Personen

20:45 Kurze Einführung in das Thema Community Management und Diskussion

21:15 Auflösung der festen Sitzordnung und übergehen in Gruppengespräche und Stehaktivitäten.

Fazit: Spannende Gespräche und viel neuer Input für mich persönlich, aber auch für die nächste Veranstaltung. In einem Monat gibt’s den nächsten Stammtisch, dann aber in einer etwas anderen Location. Wir brauchen nämlich definitiv Stehtische… bei 30 Personen ist halt ein typischer Stammtisch nicht mehr möglich.

PS: Ja, es war definitiv der größte CM Stammtisch in Deutschland. Berlin ist einfach toll!
PPS: Danke für die Bilder: Andreas Köster und Bianca Oertel

Mehr Bilder gibt es im Laufe des Tages auf dem BVCM Flickr Account. Warte aber noch auf die Einlogdaten ;)

Interview-Reihe: Nico Zorn – Betreiber von produki.de

Nico Zorn ist schon seit vielen Jahren im Online Business unterwegs. Er war lange Zeit in leitenden Positionen im Segment Internet Marketing bei unterschiedlichen Unternehmen tätig, bis er 2008 die Unternehmensberatung saphiron GmbH gründete und im gleichen Jahr die Plattform Produki startete. Er hielt schon Vorträge auf unzähligen Tagungen und Veranstaltungen und schreibt Fachartikel im eigenen Blog. Nebenbei moderiert er auch die größte XING Gruppe zum Internet Marketing mit über 22.000 Mitgliedern.In diesem Interview werden wir ihn zur Vermarktung von Communities befragen.

Hallo Nico, vielen Dank für deine Zeit. Hoffe wir haben in deiner kurzen Vorstellung die wichtigsten Sachen geschrieben. Gibt es noch etwas was die Leser über dich wissen sollten?

Vielen Dank, Deine Vorstellung enthält alle wichtigen Dinge, die ich bislang gemacht habe. Ansonsten steht unter http://twitter.com/nicozorn das, was ich jetzt gerade mache :-)

Vor der eigenen Vermarktung der Community steht die Entwicklung, gibt es Punkte die man zum Start der Entwicklung für die spätere Vermarktung beachten muss?

Es ist sicherlich sinnvoll, sich zunächst auf die Entwicklung eines wirklich guten Produkts zu konzentrieren. Die spätere Monetarisierung sollte dabei aber nicht aus den Augen verloren werden. Relevante Fragen in diesem Zusammenhang sind beispielsweise, ob die Teilnahmebedingungen spätere Vermarktungsansätze bereits berücksichtigen zum Start sollten, ob es Schnittstellen zu anderen Diensten geben wird oder, um ein ganz banales Beispiel zu nennen, ob im Layout bereits Fläche für Werbung freigehalten werden muss.

Mit Produki.de habt ihr 2008 eine Community eröffnet, die quasi als Wiki für Produkte zu verstehen ist. Welche Wege seid ihr im Community Building während der Closed-Beta gegangen? Besonders unter dem Gesichtspunkt, dass relativ viele aktive Nutzer während dieser Phase teilgenommen haben.

Wir waren selber überrascht, wie viele Nutzer sich für die Closed Beta Phase registriert und aktiv mit ihrem Feedback bei der Entwicklung der Plattform mitgeholfen haben. Wir hatten das Glück, dass viele Blogger über den Start geschrieben haben (u.a. auch Eikyo.de :-) und auf diesem Weg das Interesse bei den Nutzern geweckt wurde. Einen zusätzlichen Schub gab es durch die Vorstellung von produki auf einem Bonner Webmontag, der eine kleine “virale Welle” ausgelöst hat. Grundsätzlich haben wir uns weniger auf eine “Marketing-Show”, sondern auf das Produkt und unsere Community fokussiert.

Wir versuchen von Anfang an, zu möglichst vielen Nutzern einen persönlichen Kontakt aufzubauen und auf Fragen und Anregungen zu reagieren. In einem Start Up ist das manchmal aufgrund der begrenzten Ressourcen nicht einfach, aber wir geben unser Bestes ;-) Ich glaube, dass dieser persönliche Kontakt durch nichts zu ersetzen ist. Auch ein (personalisierter) Newsletter kann eine wirklich persönliche Mail oder gar ein Gespräch nicht ersetzen.

Die Öffnung der Plattform für alle Interessierten war im Mai 2009. Wie hat sich diese auf die Nutzerzahl ausgewirkt? Wurde ein massives Wachstum ermöglicht oder hat sich dies nicht sonderlich auf die Plattform ausgewirkt, da Closed-Beta Nutzer Freunde und Bekannte sowieso schon einladen konnten?

Das Wachstum hat sich seit dem offiziellen Launch deutlich beschleunigt, da wir einen großen Teil der Besucher über Suchmaschinen und verschiedene Aktionen (z.B. Gewinnspiele) gewinnen. Viele der besonders engagierten Nutzer konnten wir aber tatsächlich in der Closed Beta Phase gewinnen – zum Glück sehen wir aber auch in diesem Bereich ein Wachstum ;-)

Welchen konkreten Tipp gibst du Betreibern von Communities für ihren Launch?

Sorgt unbedingt für Aktivität auf Eurer Plattform, bevor sie live geht! Nutzt die Beta-Phase nicht nur als funktionalen Test, sondern auch im die verschiedenen Bereiche Eurer Community mit Inhalten zu füllen. Gerade zum Launch werden aufgrund von Presseartikeln und Blogpostings viele potentielle User vorbeischauen und wie immer gilt: Der erste Eindruck zählt. Finden die Nutzer keine aktuellen Inhalte und aktive Nutzer vor, werden sie vermutlich nie wieder vorbeischauen.

Gehen wir Weg von der Vermarktung um Nutzer zu generieren, hin zur Monetarisierung. Gibt es hier einen Königsweg?

Ich glaube nicht, dass es ein auf sämtliche Communities übertragbares Erfolgskonzept gibt. Grundsätzlich halte ich die klassische Reichweitenvermarktung in den meisten Fällen für ungeeignet – allein schon deshalb, weil in den meisten Fällen schlichtweg die Reichweite fehlt. Communities, die sich auf ein Thema oder eine Zielgruppe fokussieren, können aber durchaus mit einer intelligenten Integration von Sponsoren Umsätze generieren, zumal das Interesse an entsprechenden Werbeformen bei den werbetreibenden Unternehmen sicherlich noch deutlich ansteigen wird.

Ab welchem Zeitpunkt macht für dich eine Monetarisierung der Plattform Sinn? Und wieso genau zu diesem Zeitpunkt?

Grundsätzlich halte ich einen langen Atem bei dem Aufbau einer Community für eine wichtige Voraussetzung. Wer im ersten Jahr nach dem Launch mit schwarzen Zahlen plant, macht sicherlich einen Fehler und läuft Gefahr, auf zu aggressive Vermarktungsformen setzen zu müssen. Auf der anderen Seite sind dezente und zum Kontext passende Werbeformate, wie zum Beispiel Google AdSense, weitgehend akzeptiert. Es spricht also nichts dagegen, relativ früh dezente Werbeformate zu testen, damit man sich einen Eindruck von einem realistischen TKP machen kann. So haben wir auf produki seit einigen Wochen auch zum Produkt passende Preise integriert – was von unseren Nutzern explizit gewünscht wurde. Mit diesem Preisvergleich können wir den Traffic monetarisieren, ohne störende oder aggressive Werbeformate einzusetzen.

Wieso schaffen es deiner Meinung nur sehr wenige deutsche Communities schwarze Zahlen zu schreiben?

Ich glaube, dass noch zu wenig experimentiert und zu sehr in der klassischen Reichweitenvermarktung gedacht wird. Ein großes Problem ist dabei natürlich auch die Zurückhaltung bei den werbetreibenden Unternehmen, die nach wie vor lieber “einfache” TKP-Kampagnen buchen anstatt mit neuen Werbeformen in Communities zu experimentieren.

Welchen Vorschlag hast du für die Unternehmen die ihre Monetarisierung bis dato nicht hinbekommen haben?

Es ist schwierig, hier einen allgemeinen Ratschlag zu geben, da mögliche Monetarisierungs-Strategien natürlich stark von er jeweiligen Community und deren Zielgruppe abhängen. Es kann Sinn machen, sich stärker auf eine Zielgruppe zu fokussieren, um ein für Werbekunden attraktives Umfeld zu schaffen. Vielleicht gibt es aber auch Whitelabel-Angebote, die sich sinnvoll in das eigene Angebot integrieren lassen und zusätzliche Erlöse generieren können. Premium-Zugänge können unter gewissen Bedingungen ebenfalls funktionieren, die Plattform Fotocommunity.de ist hierfür ein schönes Beispiel.

Kurz die letzte Fragen: Gibt es eigentlich konkrete Unterschiede zwischen der Vermarktung eines Produktes und einer Community?

Der Dialog mit potentiellen Kunden spielt bei der Vermarktung einer Community eine (noch) größere Rolle als bei der Vermarktung eines Produkts. Natürlich gewinnt Social Media insgesamt im Marketing-Mix an Bedeutung, für die Vermarktung einer Community ist es jedoch essentiell.

Nochmals vielen Dank für die Zeit die du genommen hast. Du kannst gerne noch ein paar letzte Worte an die Leser richten. Z.B. Welche Quellen ihnen weiterhelfen können etc.

Der Community Summit in Hamburg ist eine sehr empfehlenswerte Veranstaltung und eine tolle Möglichkeit, um sich mit anderen Community-Betreibern auszutauschen. Empfehlenswert ist auch das Buch “Online-Communities im Web 2.0: So funktionieren im Mitmachnetz Aufbau, Betrieb und Vermarktung
” von Miriam Godau und Marco Ripanti. Last but not least erlaube ich mir einen Hinweis auf unseren Twitter-Account. Unter http://twitter.com/produki informieren wir über Neuigkeiten auf produki und interessante neue Gadgets.

Black Community Management: Grundrauschen und Umsatz erzeugen bei Singlebörsen

Bevor ich in die Materie direkt einsteige, möchte ich klar und deutlich sagen, dass dies nicht für alle Singlebörsen gilt. Außerdem hat diese Methode nichts mit gesundem Wachstum zu tun, sondern eher etwas mit Abzocke. Trotzdem möchte ich, dass andere Community Manager und Interessierte verstehen, wie Singlebörsen teilweise funktionieren. Um es noch mal deutlich zu sagen: a) nicht alle Singlebörsen agieren so und b) überlegt euch gut, ob ihr so etwas machen wollt.

In der letzten Zeit hatte ich einige Gespräche mit Personen, die mehr über das Thema Singlebörsen und Community Building wissen wollten. Außerdem nehme ich eine Singlebörse, bei der ich genau weiß, wie das Modell funktioniert, als Beispiel für Seminare und Schulungen.

Die erste Mio. Nutzer im Handumdrehen

Habt ihr euch nicht schon mal gefragt, wieso eine neue Singlebörse innerhalb weniger Wochen mehr als 100.000 oder eine Million Nutzer hat? Das kann doch nicht so schnell klappen oder doch? Außerdem stellt sich auch mir immer die Frage, wieso sich so nette und gutaussehende Mädels bei solchen Diensten anmelden.

Zu allererst: Ja, es gibt auch gutaussehende Frauen und Mädchen, die sich bei solchen Diensten anmelden. Schließlich sucht inzwischen mehr als 40% aller europäischen Singles seinen Partner online. Trotzdem ist es schon etwas komisch, dass von Anfang an so tolle Frauen zu finden sind.

Wie schafft man so was? Ganz einfach. Und zwar werden meist Bilddatenbanken aus dem westlichen Ausland gekauft. Dabei ist es wichtig, dass die Bilder von Personen sind, die eine ähnliche Herkunft haben, damit die Leute auch denken, dass die Personen aus der Nähe sind. Hierbei werden einfach die Bilder mit Orten, Namen, Hobbys usw. in einer Datenbank vermischt und schon hat man innerhalb kurzer Zeit hunderttausende Profile. Dabei wird darauf geachtet, dass in jeder PLZ ein paar Leute zu finden sind. In den Städten natürlich wesentlich mehr. Neben Frauen werden auch einige Männer eingestellt, wobei die Quote stark frauenlastig ist.

So das „Grundrauschen“ bzw. die ersten Profile sind eingestellt. Damit hat man innerhalb kürzester Zeit eine kritische Masse aufgebaut – jedenfalls für Außenstehende, die sich anmelden. Denn wenn niemand in der Singlebörse ist, meldet man sich auch nicht an.

Der erste Umsatz und wie dies optimiert werden kann

Und der nächste Streich folgt sogleich. Jetzt wird die Vermarktung begonnen und unzählige Affiliatedienste bieten den Webseitenbetreibern tolle Provisionen an, Adwords Kampagnen überschwemmen unzählige Webseiten usw. Im idealsten Fall nutzt man auch noch ein paar TV Spots. Besonders die „Adult-Plattformen“ haben nachts eine Reihe von Werbungen gebucht. Die ersten Personen kommen auf die Seite und melden sich an. Natürlich ist die erste Woche kostenlos, damit der Nutzer auch sieht, dass eine rege Aktivität herrscht. Der User bekommt von 10 verschickten Anfragen vielleicht 1-2 als Antwort zurück, aber erst – und das ist der große Trick – 1-2 Tage bevor seine kostenlose Mitgliedschaft erlischt. Wichtig dabei ist, dass die schönsten Frauen (ja ich weiß, so was ist subjektiv), noch nicht antworten. Da wird genau auf den Tag gewartet, bei dem die kostenlose Premiummitgliedschaft erlischt. Teilweise werden auch ein paar Tage drangehängt, damit es nicht so offensichtlich ist. So, und jetzt wird mit der Dummheit von Männern gespielt. Während er sowieso schon zu 2 Fakes Kontakt hat und sich bei den beiden überlegt hat, ob er keinen Premiumaccount abschließen soll, wird er jetzt richtig übers Knie gelegt. Die schönste Frau hat ihm geschrieben und findet sein Profil toll und ihn interessant. Welcher Mann würde das nicht gerne hören und schwupps wird der Premiumaccount bestellt. Meist kostet ein Monat soviel Geld, dass es sich schon von Anfang an lohnt einen für 3-6 Monaten abzuschließen. Es gibt sogar Singlebörsen, die ein Abomodell fahren und die Kündigung ist recht kompliziert. Somit werden wichtige Barrieren geschaffen, die nicht so einfach zu umgehen sind. Nebenbei, sobald der Premiumaccount erneut ausläuft, kann man es gleich wieder versuchen mit hübschen Damen. Männer haben meist so ein Ego, dass man sie auch zweimal hinters Licht führen kann, ohne dass sie es merken.

Es gibt auch einige seriöse Singlebörsen, aber viele funktionieren genau nach diesem Prinzip. Besonders im Adult Bereich ist dieses System gang und gäbe. Es ist recht schade, aber im Endeffekt kann man die Börsen gar nicht erwischen bei diesem Prinzip. Denn es ist nun mal so, dass sehr viele Accounts auch bei seriösen Singlebörsen nicht mehr genutzt werden. Heißt, man baut eine große Zahl an Anmeldungen auf und löschte diese nach langer Inaktivität nicht…

Ich hoffe, ich konnte ein wenig Licht ins Dunkel bringen. Wichtig hierbei ist, dass so etwas fast nur mit Männern gemacht wird, denn Frauen durchschauen relativ schnell das System.

Verkäufe ankurbeln mit einer “guten Geschichte”

Fake Beiträge gehen relativ oft nach hinten los. Belkin und Co wissen da ganz gut Bescheid. Eine andere Möglichkeit ist es durch eine Geschichte (meistens ein Fake, aber hin und wieder einfach ein Nutzer der Schabernack treibt) die Diskussion und die Bewertungen zu erhöhen. Wie dies wirklich auf kreative Weiße klappen kann, zeigen zwei Beispiele. Die Bewertungen haben das Produkt maßlos auf die Schippe genommen und haben dadurch eine Eigendynamik entwickelt.

Das aktuelle Beispiel ist das „Wenger Schweizer Offiziersmesser Giant“ welches bei Amazon vertrieben wird. Mit einem unglaublich stolzen Preis von 651,20 € ist das Messer wirklich nur etwas für ganz wenige Liebhaber. Jedenfalls denkt man das im ersten Moment. Meine persönliche Meinung zu dem Produkt ist, ganz teurer Müll. Aber durch die Beiträge von vielen (über 250) Leuten konnte es das Messer sogar in die Top1000 der „Sport & Freizeit“ Charts steigen. Heißt es wurde doch einige Male verkauft…

Angefangen hat es schon mit einem Beitrag im Mai, aber richtig Fahrt aufgenommen hat es erst im Dezember 2009. Der Beitrag der es in wenigen Worten am besten beschreibt: „Mit dem Teil wird sogar Mc Gyver eifersüchtig. Und Chuck Norris kann gleich einpacken, den brenn ich mit der Superlupe weg.

Dass durch lustige Bewertungen ein Hype um das Produkt aufgebaut werden kann und die Verkaufszahlen signifikant steigen zeigen viele Beispiele. Das Beste darunter ist wohl das „Mountain Three Wolf Shirt“.

Mit dem Shirt würde sich wohl kaum jemand ernsthaft auf die Straße trauen. Jedenfalls bis zu dem Zeitpunkt als eine Bewertung gepostet wurde, dass alle Frauen auf das Shirt stehen. Unglaubliche Geschichten passierten nur weil die Leute das Shirt anhatten… Kurzes Beispiel:

I arrived at Wal-mart, mounted my courtesy-scooter (walking is such a drag!) sitting side saddle so that my wolves would show. While I was browsing tube socks, I could hear aroused asthmatic breathing behind me. I turned around to see a slightly sweaty dream in sweatpants and flip-flops standing there. She told me she liked the wolves on my shirt, I told her I wanted to howl at her moon. She offered me a swig from her mountain dew, and I drove my scooter, with her shuffling along side out the door and into the rest of our lives. Thank you wolf shirt.“

Ende oder Anfang vom Lied ist die Charts Platzierung von Amazon bei der Kleidung. Unangefochten seit einiger Zeit auf Platz 1!

Das Fazit ist relativ einfach. Eine gute Geschichte kann durch eine sinnvolle Verbreitung und einen Dialog einen so großen „Buzz“ erzeugen, dass die Verkaufszahlen explodieren. Dabei geht es auch weniger um die Qualität oder Aussehen des Produktes selbst, sondern den Aufbau eines Kultstatus.

Wieso überhaupt Community Management?

Während meinen Schulungen bei Burda war eine der elementaren Fragen, welche gleich wohl die elementarste ist: „Wieso betreibt man überhaupt Community Management? Welchen Sinn hat es und was bringt es meinem Unternehmen oder meiner Arbeit?“ Diese Fragen können häufig von den Community Managern selbst nicht richtig beantwortet werden. Wieso sollten es dann Außenstehende können?

Als Dozent benötige ich ja eine Antwort welche stichhaltig und sinnvoll ist. Ich möchte euch diese auch nicht vorenthalten:

Vor einigen Jahren (vor der Zeit des Internets) war ein Dialog über Produkte, Dienstleistungen, Inhalte oder Personen recht umständlich. Kaum eine der Diskussionen wurde überregional geführt und dies war zum Vorteil des Unternehmens. Kritik von Lesern und Kunden konnte relativ leicht „mundtot“ gemacht werden. Man verlor maximal (laut Studie) den einen Kunden + die 9 Personen die er auf den Missstand aufmerksam gemacht hat. Meist waren von den 9 Personen nur 1-2 Kunden. Dieser „kalkulierte“ Verlust konnte in Kauf genommen werden.

Seit wenigen Jahren funktioniert die Kommunikation jedes Einzelnen im Netz aber nicht mehr 1:1. Außer vielleicht im persönlichen Chat, aber ansonsten ist diese immer automatisch 1:n. Heißt jede Kritik wird von hunderten oder im schlimmsten Fall von tausenden gelesen und hinterfragt. Unternehmen die sich diesem Dialog nicht stellen haben ein massives Problem in der langfristigen Entwicklung. Denn die Reputation fällt nicht nur, wenn man Fehler gemacht wurden, sondern auch wenn Kritik oder Anfragen ohne Reaktion bleiben.

Ein konkretes Beispiel ist in diesem Fall (nein ich möchte nicht das Unternehmen nennen oder den Redakteur) ein Artikel welcher eine recht hohe Verbreitung im Netz hatte. Dieser wurde sehr kritisch hinterfragt, da Zahlen aber auch die Meinung des Autors sehr subjektiv waren und kaum stimmen konnten. Kommentare, Blogbeiträge und „Leserbriefe (per Email)“ haben darauf aufmerksam gemacht, dass da etwas nicht stimmen kann. Der Autor und der Verlag reagierten erst gar nicht und später damit, dass die Quellen alle sehr seriös sind. Hätte sich der Autor oder der Verlag die Mühe gemacht die Kommentare richtig zu lesen, hätten sie schnell gemerkt, dass der Wahrheitsgehalt der Studie einfach unmöglich vorhanden sein konnte.

In den nächsten 2 Wochen trudelten einige Abo-Kündigungen ins Haus. Am Ende waren es über 150 Abos welche nur aufgrund des Artikels gekündigt wurden. Jetzt kann man natürlich sagen – macht ein Artikel soviel aus? Nein sicher nicht, aber die Reaktion des Verlags hat hier den Ausschlag gegeben. Journalisten und Verlage dürfen Fehler machen, aber diese müssen eingestanden und korrigiert werden. An Fehlern festzuhalten und damit die Meinung der „Experten“ in den Blogs und Kommentaren nicht zu beachten kann eine solche Reaktion der Kunden hervorrufen.

So was bringt nun Community Management und wieso sollte man es machen?

Man kann es denke ich auf zwei Bereiche runterschrauben:

  1. Kunden gewinnen
  2. Kunden nicht verlieren

Ist das wirklich so einfach? Ja ist es. Kunden können gewonnen werden, da ein offener Umgang mit Kritik einen Servicegedanken enthält welcher von den meisten Kunden geschätzt wird. Ich habe ein Problem oder eine Anregung – wenn darauf angemessen reagiert wird bin ich als Kunde zufrieden, empfehle weiter und kaufen zukünftig weitere Produkte des Unternehmens.

Kunden nicht verlieren
Oft ist das eigene Produkt nicht das Beste auf dem Markt, heißt die Schwelle für den Kunden ein anderes zu kaufen ist „relativ gering“ (Preis und Co spielen natürlich auch eine Rolle). Trotzdem bleibt der Kunde dem Produkt und dem Unternehmen „loyal“ verbunden, da er konkret sieht, dass das Unternehmen an der Verbesserung des Produktes arbeitet und seine Vorschläge mit einbezieht. Das Unternehmen reagiert auf die Wünsche und Äußerungen des Kunden und erheben somit den Stand des Kunden. Weg vom „lästigen“ Service….

Um es kurz zu sagen – Community Management ist für den offenen Dialog in Communities und Social Media Diensten perfekt um die Belange der Unternehmen zu wahren und langfristig die Kunden zu binden. Entscheidend dabei ist aber, dass das Unternehmen auch ein klares Statement zum offenen Dialog gibt. Manchmal muss man „weich“ sein und Fehler eingestehen um erstarkt aus der Diskussion zu gehen. Ein unzufriedener Kunde, der zum zufriedenen Kunden gemacht wird, ist die beste Werbung die man haben kann!

7 Tage Community Management

Die nächsten 7 Tage stehen ganz im Zeichen vom Community Management und dem Austausch mit Kollegen von anderen Unternehmen.

Schulung in der Burda Journalistenschule (Mittwoch/Donnerstag)
Den Anfang macht Offenburg mit der Schulung der aktuellen Volontäre der Burda Journalistenschule. Dort werde ich an beiden Tagen die Volontäre in den Bereichen: Grundlagen Community Management, Community Building, Moderation und rechtliche Aspekte schulen. Zusätzlich gibt’s dann einige Aufgaben die von den Volontären durchgeführt werden können. Werde nach der Schulung das Aufgabenblatt mal für die Allgemeinheit veröffentlichen um zu schauen was ihr dazu sagt. Für die nächsten Schulungen habe ich schon ein neues gebastelt.

Hauptversammlung Bundesverband Community Management e.V. (Samstag/Sonntag)
Die eigentliche Hauptversammlung und das Get-together werden am Samstag in Frankfurt am Main stattfinden. Dank Daniel Langwasser und Dirk Songür haben wir dort passende Orte gefunden. Neben den üblichen Verbandsinformationen werden wir dort auch eine kleinere Änderung der Satzung vornehmen. Genaueres gibt es dann nach der Hauptversammlung auf der offiziellen Webseite. Das Get Together wird dabei richtig interessant und spannend, denn der Frankfurter Communitystammtisch kann wohl getrost als der Größte in Deutschland bezeichnet werden. Sonntag wird sich der Vorstand dann zum brunchen in Bad Homburg einfinden.

Two Pi Team am Montag
Nach Offenburg und Frankfurt geht es am Montag weiter in Richtung Düsseldorf, genau genommen nach Hilden. Hoffe das liegt jetzt auch wirklich in der Nähe von Düsseldorf. Für uns aus Süddeutschland liegt wohl alles im Nordwesten bei Düsseldorf. Neben einem wirklich spannenden Austausch welcher auf jeder Veranstaltung immer wieder Freude bereitet, gibt es wohl noch ein Thema. Was das genau ist? Keine Ahnung – ich bin selbst gespannt. Two Pi Team ist im Bereich Community Management bei Computerspielen und virtuellen Welten unterwegs und ist wohl einer der größten deutschen Dienstleister für Community Management.

Ab Montagabend dann aber auch wieder in Berlin und gemütlich die Woche Revue passieren lassen. Bin echt gespannt ob es Neuigkeiten in dem Bereich gibt. Wer mich in Offenburg, Frankfurt oder Düsseldorf (Nähe) treffen möchte, meldet sich einfach per Mail.

Wenn Religion vermarktet wird…

Bin fast vom Stuhl geflogen als ich auf evangelisch.de unterwegs war, denn man muss sich ja als interessierter Beobachter auch anschauen was andere Communities so machen. Jedenfalls habe ich mit vielen gerechnet außer mit einem Video zu… *Trommelwirbel*: Zombieland!

Okay noch mal zurück gespult. Evangelisch.de neu gestartet und unter den Videos geschaut und Tatsache: Der Trailer zum aktuellen Film Zombieland ist dort recht prominent zu finden. Man denkt nichts böses, aber nach einiger Recherche auch gleich die passende Mitteilung gelesen:

Hi-Media übernimmt die Vermarktung von evangelisch.de

Das ist „ähnlich“ wie Zombieland ganz großes Kino! Die Kirche startet die Vermarktung ihrer Online-Plattform evangelisch.de. So etwas muss man sich auf der Zunge zergehen lassen… Besonders spannend wird es wenn die auch kontextbasierte Werbung starten – z.B. mitten in einer Diskussion zur Verhütung auch gleich das passende Verhütterli-Gerät bewerben. Das wäre jedenfalls eine recht offene und entspannte Auslegung des Themas.

Aber Spaß beiseite: Welcher Priester ist den auf diese Schnapsidee gekommen? Ein Portal welches im Auftrag der EKD (Evangelischen Kirche in Deutschland) erstellt wurde wird vermarktet. Wieso nicht auch gleich in den Kirchen ein paar Werbebanner aufhängen? Bestattungsunternehmen freuen sich schon…

Sehen wir die Sache ein wenig sachlicher, auch wenn ich immer noch der Meinung bin: Werbung hat nichts auf der Plattform zu suchen:

Portal ist seit einigen Monaten online und hat definitiv keinen Raketenstart hingelegt! Jedenfalls laut Mitgliederaktivität ist hier noch nicht sonderlich viel passiert. Kein einziger Kommentar bei den News welche heute veröffentlicht wurden (ja ich habe mir alle angeschaut!). Auch die Kreise haben entweder mit wenig Mitgliedern oder kaum Aktivität zu kämpfen.

Also eine Community vermarkten die noch keine Community ist, halte ich für nicht so intelligent. Wieso? Weil man mit der Monetarisierung und der Optimierung einer Community nicht anfangen kann und sollte, wenn man keine hat. Wie wäre es erstmal die Community aufzubauen und zu aktivieren?

Pre-Conference Event mit mir

Auf der diesjährigen Community Summit in Hamburg halte ich mit Silke Schippmann einen Workshop zum Thema „Community-Organisation“. Auf diesem wollen wir gemeinsam mit den Anwesenden ein kleines Handbuch bzw. ein Paper erstellen wie aktuell in Deutschland Community Organisationen aussehen und (wenn die Zeit reicht) welche Optimierung durchgeführt werden können.

Jedenfalls gibt es heute um 15 Uhr dazu eine kleine Pre-Conference die per Video übertragen wird – habe mir extra eine Webcam besorgt, damit ihr auch ein wenig was von meiner Person seht. Nähere Infos dazu gibt’s unter dem Link des Events.

Viel Spaß und bis 15 Uhr.