Nach Obama welcher die Nutzung von Social Media Diensten während seines Wahlkampfs perfektioniert hat, fangen auch die deutschen Parteien immer gezielter an Social Media Dienste für Ihren Wahlkampf einzuspannen. Darunter sind neben Blogs, StudiVZ Gruppen auch Twitteraccounts zu finden.
Als bestes Beispiel zeigt der SPD Kandidat Schäfer-Gümbel bei dem hessischen Wahlkampf. Der Twitteraccount hat innerhalb kurzer Zeit über 1.000 Follower verbuchen können und hat gehörig Aufmerksamkeit im der Web 2.0 Szene erzeugt. Darunter unzählige Berichte auf Blogs und Diskussionen in Foren. Als eines der Highlights durfte das Interview mit Robert Basic gesehen werden, welches über Twitter geführt wurde. Sicher waren die inhaltlichen Auskünfte eher dürftig und hatten eher etwas von Wahlkampfplakaten, trotzdem zeigt es doch den Versuch relativ „Internet“volksnah zu agieren.
Der Unterschied ist nur, dass die deutschen Politiker nur während den Wahlen versuchen eine gewisse Transparenz aufzuzeigen. Dies ändert sich nach der Wahl wieder, denn eine wirkliche Transparenz wie bei der Regierung Obamas sucht man hier vergebens. Ob diese Transparenz auch langfristig gehalten werden kann, werden die nächsten Monate zeigen. Aber die Umstellung der Webseite des Weißen Hauses und die Idee Gesetze vor Unterschrift zur Diskussion zu stellen sind sehr positive Schritte.
Bundestagswahlkampf 2009 was steht uns bevor?
Hilfe jede Partei ist in meinem Social Network unterwegs. Dazu wird es mit großer Wahrscheinlichkeit sogar kommen, wobei die Messlatte die die amerikanischen Kollegen gesetzt haben sehr hoch liegt. Auch sind deutsche Netzwerke und Nachrichtendienste wesentlich kleiner und beschaulicher als die amerikanischen Originale (Ausnahmen bestätigen die Regel).
SPD, CDU, Gründe und die FDP (die Linken lassen wir mal links liegen) sind alle schon mehr oder weniger aktiv, darunter Youtube Channel, StudiVZ Gruppe und Twitteraccounts. Ein sehr gutes Beispiel ist die FDP, eine kurze Übersicht über die aktuellen Aktivitäten:
Blogs
http://blog.fdp.de/index.php
http://reform.fdp.de/
Youtube Channel
http://www.youtube.com/fdp
http://www.youtube.com/julishannover
Community & Foren
https://my.fdp.de
http://reform.fdp.de/
http://fdp-thueringen.de/phpbb/
http://www.myspace.com/julishannover
http://www.facebook.com/pages/Junge-Liberale-Hannover-Stadt/33217364685
Twitter
http://twitter.com/FDP_Fraktion
http://twitter.com/jungeliberale
http://twitter.com/JuLisBayern
http://twitter.com/julis_freiburg
http://twitter.com/fdp_ofl
Flickr
http://www.flickr.com/photos/julishannover/
Diese Liste ist nicht vollständig, denn es fehlen noch unzählige Twitterstreams von Ortsgruppen, JuLi Gruppen. Außerdem gibt es noch in zig weiteren Netzwerken Profile, Gruppen oder Fans der Partei. Ich hoffe das diese Auflistung recht deutlich zeigt, dass die Parteien in Deutschland schon sehr aktiv in Social Media Diensten vertreten sind. Zwar wird es vor der Bundestagswahl eine Steigerung geben, aber nur was die Aktivität angeht. Die Medien und dazugehöhrigen Profile etc. sind vorhanden und werden schon aktiv genutzt.
Trotzdem schaffen es die Parteien nicht wirklich relevant in diesen Netzwerken zu agieren. Denn ein richtiger Dialog mit den Wählern findet nur bedingt oder überhaupt nicht statt. Die Meinung der User ist meist nur so weit interessant, dass diese genutzt werden kann um eine weitere Wählerstimme zu gewinnen.
Wie Unternehmen begehen auch die deutschen Parteien den Fehler, dem User etwas aufschwätzen zu wollen. Die Social Media Nutzung wird als weiterer Werbeweg gesehen, ohne auf die Chancen des noch recht jungen Mediums Rücksicht zu nehmen. Der Dialog und die damit verbundene Möglichkeit Meinungen zu ändern wird nicht beachtet.
Das von vielen als „Mitmach Netz“ betitelte Web 2.0 will sich aktiv beteiligen und nicht nur mit Parteibotschaften berieseln lassen. Dies ist auch der Unterschied wieso die Obama Kampagne so erfolgreich war – jeder User konnte aktiv werden und somit etwas beitragen. Man hat das Gefühl Politik zu gestalten und für die Veränderungen verantwortlich zu sein.
Wann hatten Sie in Deutschland das letzte Mal das Gefühl Politik mitgestalten zu können? Ich jedenfalls (obwohl ich den Versuch unternommen hatte in den Jugendablegern der Parteien) noch nie.